Tilman-Riemenschneider-Gymnasium Osterode am Harz
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Herr Joachim Horn, Schulassistent am Gymnasium Osterode, wird in den Ruhestand verabschiedet.

Am 16. August 1974, also vor über 30 Jahren, hat Herr Joachim Horn, geb. am 20.4.1943, seinen Dienst als Schulassistent am Gymnasium Osterode angetreten. In einem Schreiben an die Stadt Osterode am Harz vom 18.9.1974 beantragte der damalige Schulleiter, Herr Meyer, eine "vorzeitige Beendigung der Probezeit für den Schulassistenten Herrn Joachim Horn" mit der lobenden Begründung, dass dieser seinen Dienst "bislang mit großem Eifer, viel Geschick - auch in pädagogischer Hinsicht - sowie mit Gewissenhaftigkeit versehen" habe. In einem weiteren Schreiben desselben Schulleiters fünf Monate später ist sogar von "außergewöhnlichen Leistungen" die Rede, die zu einer Verkürzung der Probezeit auf 2 ½ Monate geführt hätten. Selbst die Gesamtkonferenz habe sich zur "äußerst positiv auswirkenden Arbeit des Herrn Horn" geäußert.

Der Aufgabenbereich eines vollbeschäftigten Schulassistenten in den Siebzigerjahren, der im April 1973 schriftlich festgelegt wurde, war - auch damals schon! - überaus umfangreich:
  • Führung von Listen, Statistiken, Inventarverwaltung
  • Hilfe bei der Bücherei und bei Sammlungen
  • Wartung und Bedienung von technischen Unterrichtsmitteln
  • Aufsicht über Fahrschüler vor und nach dem Unterricht sowie in den Freistunden
  • Zusätzliche Aufsichtsperson bei Schul- und Wanderfahrten
  • Verwaltung der Kartensammlung und Ausgabe der Karten
  • Entlastung der Sportlehrer insofern, als er Gruppen (insbesondere Unterstufe) auf dem Wege zu und von Schwimm- und Turnhallen sowie Sportstätten betreut
In einer undatierten, offenbar aber dem Jahre 1977 zuzuordnenden Übersicht der DAG - Göttingen wird auf zwei eindrucksvollen Maschinenschriftseiten ein Tätigkeitskatalog für Schulassistenten erstellt, und zwar für den technischen Bereich, den Aufsichts- und Organisationsbereich und den Verwaltungsbereich. Wie eine derartige Fülle von Aufgaben bewerkstelligt werden sollte, bleibt unerwähnt! Im Gegenteil: In einem Nachsatz wird noch darauf hingewiesen, dass "erfahrungsgemäß darüberhinaus .... viele Arbeiten anfallen, die katalogmäßig nicht erfassbar sind, dafür aber ein hohes Maß an Improvisation, Verantwortung und Selbständigkeit erfordern." Und genau diese Fähigkeiten besitzt Herr Horn: Sonst hätte er sich im Jahre 1976 auch nicht so rasch in die Aufgabe der Vorbereitungen für die Reform der Sek.II einarbeiten können, was eine wesentliche Erweiterung seines Tätigkeitsbereiches darstellte.

Offenbar war es auch vor knapp drei Jahrzehnten nicht immer ganz leicht, das Aufgabengebiet des Schulassistenten so zu strukturieren, dass es sich von denen des Hausmeisters, der Schulsekretärinnen und der Lehrerschaft deutlich abgrenzte.

Vieles hat sich in den letzten drei Jahrzehnten verändert! Ohne den Einsatz eines Computers z. B. wäre heute die entgeltliche Ausleihe nicht zu bewältigen. Und doch war es oft die sofortige Erledigung zahlloser alltäglicher kleiner Dinge, die den reibungslosen Ablauf des Schullebens und der pädagogischen Arbeit der Lehrerschaft überhaupt erst ermöglichte: Mechanische, elektrische oder elektronische Geräte mussten repariert, ein Film bestellt, von der Kreisbildstelle geholt und zu Beginn der Unterrichtsstunde eingelegt, eine ausgeleierte Kassette in Ordnung gebracht, ein Papierstau beseitigt, eine Geschichtskarte vorsichtig nachgeklebt, eine Folie gefertigt oder Papier in den Kopierer nachgelegt werden. Herr Horn kümmerte sich umgehend um all diese Probleme, freundlich und sachkompetent. Die Zusammenarbeit mit Schülern und Lehrern hätte besser nicht funktionieren können. Ein herzliches Dankeschön dafür an dieser Stelle!

Noch einige offizielle Daten: Mit Wirkung vom 1.1.1976 ist Joachim Horn in den Landesdienst übernommen worden. Sein 25-jähriges Dienstjubiläum konnte er am 14. Februar 1998 begehen. Am Montag, dem 6. Juni 2005 - ein paar Tage unterstützte er noch seinen Nachfolger, Herrn Schröter, bei der Einarbeitung - , ist er in einer kleinen Feierstunde im Lehrerzimmer des Gymnasiums Osterode in Gegenwart seiner Frau und seines kleinen Enkels Tizian in den Ruhestand verabschiedet worden.

Die Schulleiterin, Frau Karin Thiele, der Personalratsvorsitzende, Herr Bernd Strieben, und der Schülersprecher Herbert Oberländer, Jahrgang 12, dankten mit herzlichen Worten, Blumen und Geschenken für die überaus lange Zeit vertrauensvoller Zusammenarbeit.

All unsere guten Wünsche für den neuen Lebensabschnitt begleiten ihn, seine Frau, seine beiden Kinder und seine Enkelkinder, auf die er so stolz ist!

Vielleicht ist im neuen Schuljahr ja einmal eine kleine Fahrradtour - Radfahren entlastet die lädierten Knie! - in Richtung "Tilman-Riemenschneider-Gymnasium" geplant - an den neuen Schulnamen muss er sich erst noch gewöhnen! - um zu sehen, wie und ob alles läuft. Wir würden uns freuen!

Kristina Nölle-Meyer



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