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Herr Helmut Schünecke, ehemaliger Rektor der Orientierungsstufe Röddenberg, wird aus dem aktiven Schuldienst verabschiedet.
Am Mittwoch, den 26. Januar 2005, wurde Herr Helmut Schünecke, bis zum 31.7.2004 Rektor der Orientierungsstufe Röddenberg, im Rahmen einer kleinen Feier, die in der 6. Stunde im Lehrerzimmer des Gymnasiums Osterode stattfand, aus dem aktiven Schuldienst verabschiedet.
Die Schulleiterin des Gymnasiums Osterode, Frau Oberstudiendirektorin Karin Thiele, begrüßte alle Anwesenden. Mit viel Einfühlungsvermögen ging sie auf die schwierige Situation Herrn Schüneckes ein, der ein halbes Jahr vor seinem Eintritt in den Vorruhestand miterleben musste, dass eine Schulform, die er persönlich durch seine Arbeit und seinen unermüdlichen Einsatz als Leiter der Orientierungsstufe Röddenberg maßgeblich mitgestaltet und mitgeprägt hatte, mit Ablauf des 31.7.2004 aufgelöst wurde.
Ausdrücklich wies Frau Thiele darauf hin, dass es hoch engagierte Pädagogen der Orientierungsstufe, wie zum Beispiel Herr Schünecke, verdient gehabt hätten, mit mehr Achtung und Respekt vor den erbrachten Leistungen gewürdigt zu werden .
Mit großer Professionalität habe Herr Schünecke seine umfassende Kompetenz besonders in die Arbeit der 5., 6. und 7. Klassen eingebracht. Sein Wirken an unserem Gymnasium sei nicht nur äußerst konstruktiv für die Kolleginnen und Kollegen der Jahrgänge 5 und 6 gewesen, die mit ihrem Einsatz in diesen Klassenstufen pädagogisches Neuland betreten mussten, sondern auch für das Gremium der erweiterten Schulleitung des Gymnasiums, allgemein "Gipfel" genannt, in dem sein Rat, seine Vorschläge und Anregungen sehr geschätzt waren. Von allen am Schulleben Beteiligten, nicht zuletzt von Eltern und Schülern, sei Herrn Schüneckes ausgleichende und besonnene Art als wohltuend empfunden worden.
Frau Thiele beendete ihre Ansprache mit einem herzlichen Dankeschön für die fruchtbare Zusammenarbeit während der vergangenen sechs Monate. Sie sei dankbar - und sie schloss das Kollegium des Gymnasiums Osterode ausdrücklich in ihren Dank mit ein - für das, was Herr Schünecke für unsere Schule geleistet habe.
Frau Regierungsschuldirektorin Ingrid Marhal, die stellvertretend für die Landesschulbehörde, Abteilung Braunschweig, die Verabschiedung vornahm, ging kurz auf den Lebenslauf Herrn Schüneckes ein.
1943 mitten im Krieg in Angermünde in der Uckermark geboren, aufgewachsen in Northeim, legte Helmut Schünecke 1964 in Hildesheim sein Abitur ab. Von 1965 bis 1970 studierte er Geographie und Anglistik in Hannover und Göttingen. Die Mittelpunktschule Harpstedt bei Delmenhorst im damaligen Landkreis Grafschaft Hoya, in der er als Realschullehrer unterrichtete, wurde zur Wiege seiner pädagogischen Entwicklung.
Von Anfang an übernahm Herr Schünecke Verantwortung: Er leitete die Fachkonferenzen Englisch und Erdkunde und übernahm 1977 die Fachseminarausbildung für Erdkunde am Ausbildungsseminar in Syke. Als Personalratsmitglied in der eigenen Schule und im Landkreis setzte er sich mit Nachdruck für die Belange seiner Kolleginnen und Kollegen ein.
1980 führte ihn der Weg in den Landkreis Osterode. Bis 1990, also 10 Jahre lang, war er Konrektor an der Orientierungsstufe auf dem Röddenberg. Von 1990 bis 1994 hatte er das Amt eines Rektors auf Zeit inne und seit dem 1. 8. 1994 das eines Rektors auf Lebenszeit.
Am 1.2.2005 ist Helmut Schünecke auf den Tag genau 25 Jahre in Osterode; fast 35 Jahre Lehrertätigkeit liegen hinter ihm. Ein Vierteljahrhundert Schulgeschichte hat er vor Ort mitgeschrieben. Das an der Orientierungsstufe Röddenberg kursierende geflügelte Wort "bei uns in Harpstedt" zeigt vortrefflich, wie es Schünecke gelungen ist , seine dort gemachten Erfahrungen an den verschiedensten Stellen positiv in Beziehung zu neuen Aufgaben und Problemfällen zu bringen.
Die Fächerschwerpunkte Englisch und Erdkunde waren es auch, die ihn veranlasst haben, an mehreren Studienreisen mit Schulleiterkollegen in die USA teilzunehmen, die ihm die Gelegenheit boten, das deutsche und das amerikanische Schulsystem zu vergleichen. Weniger Bürokratie und bessere Ausstattung waren unter anderem Merkmale, die er für übertragenswert hielt.
Frau Mahal unterstrich am Schluss ihrer Rede noch einmal Schüneckes Kooperationsfähigkeit, seine ruhige und ausgewogene Art, wenn Handeln gefordert war, und seine hohe Fachkompetenz. All diese Fähigkeiten hätten gerade dem Gymnasium Osterode die Anfangsphase nach der Strukturveränderung außerordentlich erleichtert.
Frau Mahal dankte Herrn Schünecke ganz persönlich für die vertrauensvolle Mitarbeit, wünschte ihm viel Zeit für seine Familie und seine Hobbys und vor allem "das unkäufliche Geschenk der Gesundheit." Sie sprach ihm abschließend auch offiziell im Namen des Landes Niedersachsen Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit aus. Eine Urkunde könne sie ihm noch nicht aushändigen, da er zunächst in den Vorruhestand eintrete.
Herr Jürgen Beyer, Realschullehrer, langjähriger Kollege Herrn Schüneckes an der Orientierungsstufe Röddenberg und wie sein früherer Schulleiter seit Beginn des Schuljahres 2004/2005 am Gymnasium Osterode tätig, ergriff als nächster das Wort.
Als die Orientierungsstufe 1977 in Osterode eingeführt wurde, habe er die Realschule verlassen, um mit anderen pädagogisch Gleichgesinnten an der neuen viel versprechenden Schulform mit ungeheurem Elan und Begeisterung zu arbeiten. Drei Jahre später sei Schünecke Konrektor der Orientierungsschule am Röddenberg geworden. Man wollte, wie Beyer formulierte, "Schule besser machen", sie vor allem auch demokratischer gestalten und allen Begabungen gerecht werden. Dass dabei in erster Linie Positionen der GEW vertreten wurden, sei selbstverständlich gewesen.
Jürgen Beyer erinnerte sich an zahlreiche von den Kolleginnen und Kollegen kontrovers geführte Diskussionen, in denen um die richtigen Lösungen und Konzepte gerungen wurde.
Als Helmut Schünecke 1990 die Nachfolge von Herrn Nielbock antrat, habe er sich besonders durch seinen kollegialen Umgangston und seine abwägende, besonnene Haltung ausgezeichnet. Er wollte zum Beispiel "keine Pamphlete an die Presse"; sondern habe immer empfohlen, alle Probleme mit Bedacht und in Ruhe zu regeln.
Es gab nichts, um das sich Schünecke nicht gekümmert hätte. Seine außerordentlichen Qualitäten als Pädagoge und als Schulleiter hätten ihm die Achtung der Schülerinnen und Schüler, der Eltern und des Kollegiums verschafft, das in dieser Zusammensetzung ja nun nicht mehr existiere.
Jürgen Beyer wies darauf hin, dass sich das frühere Kollegium auch noch einmal privat mit Herrn Schünecke zusammensetzen würde, um seine Verabschiedung zu feiern.
Der Personalratsvorsitzende, Herr Oberstudienrat Bernd Strieben, bedankte sich im Namen des Kollegiums des Gymnasiums Osterode bei Herrn Schünecke für sein wenn auch nur kurzes, dafür jedoch umso intensiveres Wirken an unserer Schule. Er betrachte Herrn Schünecke sozusagen als seinen "zweiten Chef", da er als Gymnasiallehrer mit einigen Stunden an die Orientierungsstufe am Röddenberg abgeordnet gewesen sei. Auch Herr Strieben hob Herrn Schüneckes "zurück-haltendes, lautloses und effektives" Wesen hervor, was schon andere an ihm so geschätzt hatten.
Die Fachobfrau für Englisch, Frau Studienrätin Sabine Will-Biller, die - wie Herr Strieben - Herrn Schünecke aus ihrer Zeit an der Orientierungsstufe am Röddenberg bereits kannte, nahm spontan die Gelegenheit wahr, um diesem im Namen der Fachschaft mit einem kleinen Präsent ganz herzlich für seine Mitarbeit zu danken und ihm alles Gute für seinen neuen Lebensabschnitt zu wünschen.
Herr Schünecke, der sich selbst ironisierend als "abgehalfterten Rektor" bezeichnete, bedankte sich bei allen für die überaus positive Bewertung seiner kurzen unterrichtlichen Tätigkeit am Gymnasium Osterode. Er sei vom Kollegium offen aufgenommen worden und auch der "Gipfel", dem er während der vergangenen sechs Monate angehörte, habe ihn wie selbstverständlich in seiner Mitte als weiteres Mitglied mit Leitungsfunktionen akzeptiert. Wenn man, was ihn betreffe, von der grundsätzlich wenig glücklich zu nennenden Personalpolitik der übergeordneten Behörde einmal absehe, habe er es mit seiner Versetzung an das Gymnasium Osterode optimal getroffen.
Er lud alle Anwesenden zu einem kleinen Umtrunk ein und damit ging der offizielle Teil zwanglos in den privaten über, der von vielen kurzen persönlichen Gesprächen geprägt war.
Kristina Nölle-Meyer
![]() von links nach rechts: StD Rudolf Zmarsly, stellvertr. Schulleiter; OStR Bernd Strieben, Personalratsvorsitzender; Frau Regierungsschuldirektorin Ingrid Mahal; Helmut Schünecke, ehemaliger Rektor der Orientierungsstufe am Röddenberg; StD‘ Kristina Nölle-Meyer, Koordinatorin; Jürgen Beyer, Realschullehrer; Frau OStD‘ Karin Thiele, Schulleiterin
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