Tilman-Riemenschneider-Gymnasium Osterode am Harz
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Oberstudienrat Jürgen Schwalm wurde in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet.
 
Am Mittwoch, dem 22.12.2004, am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien, wurde Herr Oberstudienrat Jürgen Schwalm, der am Gymnasium Osterode die Fächer Deutsch, Geschichte und Gemeinschaftskunde/Politik unterrichtete, im Rahmen einer kleinen Feierstunde aus dem aktiven Berufsleben verabschiedet, einem Berufsleben, das von großem Einsatz und ständigem Engagement geprägt war.
Die Schulleiterin des Gymnasiums Osterode, Frau Oberstudiendirektorin K. Thiele, stellte ihrer Ansprache folgende Worte Albert Einsteins voran, da sie ihr für den Anlass typisch erschienen: "Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern durch Arbeit und Leistung."
Einige Stationen des beruflichen Werdegangs Herrn Schwalms wurden von ihr besonders hervorgehoben:
Nach Studien in Marburg und Regensburg und dem Referendariat in Oldenburg begann Herr Schwalm im Alter von 31 Jahren am 1.8.1976 seine Schullaufbahn am Gymnasium Osterode am Harz, die er dort fast dreißig Jahre später beendete.
Im Jahre 1977 erfolgte seine Ernennung zum Studienrat; ein Jahr später die Teilabordnung an die Orientierungsstufe am Röddenberg, wo er als einer der Pioniere dieser neuen Schulstufe wirkte.1979 wurde er Beamter auf Lebenszeit.
In den Folgejahren zeichnete sich Herr Schwalm nicht nur als einsatzfreudiger Lehrer in seinen Unterrichtsfächern aus, sondern er nahm auch an verschiedensten Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen seiner Fachbereiche teil und arbeitete aktiv im Lehrerverband GEW und in der Goethegesellschaft mit. Auch der Betreuung von Studenten des Lehramtes wandte er sich zu und konnte auf diesem Wege viele persönliche Erfahrungen und pädagogisches Handwerkszeug vermitteln.
Der Dienstunfall am 29.11.1990 belastete Herrn Schwalm gesundheitlich schwer und die Folgen führten letztendlich zu dem vorzeitigen Eintritt in den Ruhestand.
Ende Dezember 1999 wurde Herr Schwalm zum Oberstudienrat befördert und er betreute in dieser Funktion auch die Schülerbücherei des Gymnasiums.
Das 25-jährige Dienstjubiläum konnte er schließlich im Februar 2000 feiern.
Nach dem Verlesen der Urkunde und dem ausdrücklichen Dank für den stetigen Einsatz Herrn Schwalms für das Wohl und die Zukunft der Schülerschaft und für seine Bereitschaft, sich als Kollege offen und unvoreingenommen für Lösungen einzusetzen, beendete Frau Thiele ihre Ausführungen mit all ihren guten Wünschen für die Bewältigung des neuen Lebensabschnittes, vor dem Herr Schwalm stehe und in dem er sich nun neu zu bewähren habe. Dieser Neuanfang trage aber auch etwas Ermutigendes in sich, denn, und dieses Zitat Hermann Hesses bildete den Schlusssatz der Ansprache: "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne."

Der Personalratsvorsitzende, Herr Oberstudienrat Bernd Strieben, hob in seiner Rede die vielen gemeinsamen Aktionen hervor, die ihn und Jürgen Schwalm in ihrem langen Berufsleben verbunden hätten. Er ging auf die zahlreichen Aktivitäten Herrn Schwalms für die GEW ein wie auch auf die unterschiedlichen Aufgaben, die dieser als Personalrat angepackt und durchgesetzt habe – immer mit dem Ziel vor Augen, die Schule von innen heraus zu verändern und zu verbessern und den Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit zu geben, offen über ihre Arbeitszeit informiert zu werden und ihre Rechte in Anspruch zu nehmen. Zugleich seien Kontakte zum Bezirkspersonalrat gehalten und vielfältige gewerkschaftliche Aufgaben zum Nutzen der Schule angegangen worden.
Die Anspannung und der Stress, die mit den Auseinandersetzungen verbunden gewesen seien, seien unvergessen. In Erinnerung würden aber in erster Linie die vielen von Herrn Schwalm für die Schüler- und Lehrerschaft organisierten Theaterfahrten bleiben, die Demonstrationen, die Ausstellungen, die Betreuung des Betriebspraktikums und die Fachleitung Politik.
Der Schrecken über den Unfall, der jetzt auch die Ursache für sein frühes Ausscheiden aus dem Schuldienst sei, werde allen immer gegenwärtig sein. Angesichts zweier tödlicher Unfälle in unmittelbarer Umgebung der Schule sei das eine beängstigende Erinnerung.
Herr Strieben wünschte Herrn Schwalm für die Zukunft alles Gute, vor allem viel Kraft bei der Bewältigung der Folgen des Unfalls. Er war sich sicher, dass Herrn Schwalm eine Neuorientierung nicht schwer fallen würde, zumal ihm auch Aufgaben in der Familie zufielen, letztere bestehend aus zwei erwachsenen Kindern und der Ehefrau Roswitha Schwalm-Wieser, die weiterhin dem Kollegium angehört. Allein schon aus diesem Grunde würde die Verbindung zum Gymnasium Osterode aufrechterhalten bleiben.
Für die Schülervertretung sprach Herbert Oberländer, Jahrgang 12. Er dankte Herrn Schwalm für sein Engagement und vor allem für seine Liebe zum Theater, die er versucht habe, an die Schülerinnen und Schüler weiterzugeben. Auch die von einem Politikkurs am Computer geschriebene Klausur sei beeindruckend gewesen.
Herr Harald Freye, stellvertretender Elternratsvorsitzender, wies darauf hin, dass er persönlich Frau Schwalm-Wieser besser kenne als Herrn Schwalm, da sie die Klassenlehrerin seines Sohnes gewesen sei. Dennoch könne er sich sehr gut in Herrn Schwalms Lage als Frühpensionär hineinversetzen, da er in einer vergleichbaren Situation sei, die er jedoch als positiv betrachte. Wie die anderen Vorredner wünschte er Herrn Schwalm alles Gute für die neuen Herausforderungen, die auf ihn zukämen.
Herr Schwalm dankte in seiner für ihn typischen launigen Art für die Geschenke, die Verabschiedungsworte und für die guten Wünsche für seine weitere Zukunft. Er freue sich, dass es ihm dank der raschen Erstellung seiner Urkunde gelungen sei, den meisten Kollegen so kurz vor Weihnachten noch eine zusätzliche Freistunde in Form dieser Veranstaltung zu verschaffen und lud zu einem Glas Sekt der Marke "Mumm" ein, denn, so seine Gewissheit sinngemäß wiedergegeben: "Den Mumm werden Sie bei der vor Ihnen liegenden Arbeit sicher noch oft brauchen".
Kristina Nölle-Meyer



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