Weltmeisterschaften in Australien: Ein Stück Rollsportgeschichte geschrieben
Eigentlich waren wir ohne konkrete Vorstellungen an die australische Gold Coast geflogen, mit dem Gedanken "Dabeisein ist alles" und der Hoffnung, eventuell doch eine Medaille bei den allerersten Weltmeisterschaften im Rollkunst-Formationslaufen ergattern zu können. "Wir", das sind 14 Rollkunstläuferinnen, 2 Läufer und eine "Ersatzfrau" aus Braunschweig, Wolfsburg, Einbeck, Hameln, Aerzen und Osterode. Das einzige, was wir vor unserem Abflug wussten, war, dass noch zehn andere Formationen in Surfers Paradise am Start sein würden: drei aus den USA, drei aus Australien, zwei aus Neuseeland und zwei weitere aus Deutschland. |
Bei unserer Generalprobe ging dann wirklich alles schief, so dass zeitweise durch einen ungeschickten Sturz vier Läuferinnen auf einmal auf dem Parkett lagen. Kaputte Strumpfhosen und etliche blaue Flecken waren das Ergebnis dieses Trainings und ließen uns, als es ein paar Stunden später endlich ernst wurde, ganz schön zittern. Während der eineinhalb Minuten des Einlaufens und der 4-Minuten-Kür verflog die Nervosität dann jedoch superschnell, und nach sechs Minuten war alles vorbei, oder besser: fing alles erst richtig an! Aus den Hallenlautsprechern dröhnten die Wertungen bis hoch zu 9,6 oder 9,7 (vor Aufregung habe ich es selbst nicht ganz mitgekriegt). Da wir als drittletzte Formation starteten und unsere größten Konkurrenten schon vor uns am Start gewesen waren, stand das Ergebnis bereits so gut wie fest. Nur leider wußte niemand die genauen Wertungen der anderen. Einige von uns kamen zu mir und umarmten mich mit Tränen in den Augen und den Worten "Wir haben es geschafft, wir sind Weltmeister!" Andere meinten ein wenig enttäuscht: "Wenn wir Glück haben,dann sind wir noch Dritte", "die Hanauer hatten höhere Wertungen" oder "die eine Gruppe aus Australien war auch richtig gut." So wußte ich überhaupt nicht mehr, was ich denken sollte. Immer noch ganz durcheinander sind wir schließlich auf die Tribüne gestiegen, wo uns dann eine Läuferin der Ober-Ramstädter endlich Gewissheit verschaffte: "Gratulation! Ihr habt's." Da war das Geschrei natürlich riesengroß. Wir lagen uns alle in den Armen und die Tränen kullerten nur so. Aber ich glaube, in diesem Moment haben wir noch gar nicht wirklich verstanden, was geschehen war. |
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Weitere Informationen über die Weltmeisterschaften im Internet unter folgenden Adressen: http://www.rollersports.org.au/worlds (/results/day7, day8 oder /profile) http://www.sportingimages.com.au (/weekly-events und rollersports und dreamteam) Erfolge der Rollkunstläuferinnen des Gymnasiums im Jahr 1999: Angela Schwerdtfeger: - dreifache Niedersächsische Landesmeisterin in der Pflicht, Kür und Kombination - 6. Platz in der Kür und Kombination bei den Norddeutschen Meisterschaften - 9. Platz in der Kür und 11. Platz in der Kombination bei den Deutschen Meisterschaften Niedersachsenformation II mit Saskia Nagat, Anne Fritscher und Angela Schwerdtfeger: - Niedersächsische Vizemeister im Rollkunst-Formationslaufen - 1. Platz beim Niedersächsischen Kürwettbewerb - 4. Platz bei den NDM - 7. Platz bei den DM Niedersachsenformation I, "Dream Team" mit Angela Schwerdtfeger: - Weltmeister im Rollkunst-Formationslaufen |
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