Tilman-Riemenschneider-Gymnasium Osterode am Harz
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26. Januar 2002 aus dem Harz-Kurier

Osteroder Gymnasiasten absolvierten ein dreiwöchiges Betriebspraktikum       
Den Unterschied zwischen Schule und Beruf erlebt

Osterode (nine). "Für mich steht jetzt fest, dass ich Grundschullehrerin werden möchte!" Kirsten Jacobi ist

Kirsten Jacobi
noch ganz begeistert. Drei Wochen lang war sie in der Grund- schule
Röddenberg, durfte dort Klassen betreuen und zum Teil auch selbst unter- richten. Die 16-Jährige Gymnasiastin hat zusam- men mit ihren Mitschü- lerinnen und Mitschülern aus dem 11. Jahrgang ein Betriebspraktikum absol- viert. Sie konnte dabei viele Erfahrungen im Umgang mit Kindern sammeln. Im Nach- hinein ist sie überzeugt: "Das Praktikum hat mich bei meiner Berufswahl be- stätigt." Ihr gefiel auch die gute und nette Atmosphäre, in der sie arbeiten konnte.
Das Betriebspraktikum findet am Gymnasium Osterode zu Beginn jeden Jahres für den 11. Jahrgang statt. Die Schulerinnen und

Schüler sind knapp drei Wo- chen in unterschiedlichsten Betrieben untergebracht, um sich einen Eindruck vom Berufsleben zu verschaffen. Einige waren beispielsweise in einer Kanzlei, beim Architekten, beim Kataster- amt oder bei der Polizei. Andere wiederum verbrach- ten die Zeit in der Sparkasse, beim Amtsgericht oder im Kindergarten. "Um einen für sie geeigneten Praktikums- platz hatten sich die Gymnasiasten eigenständig kümmern müssen. Benjamin Beitat (17) meinte, dass ihm das Praktikum zwar nicht bei

Benjamin Beitat
der Be- rufswahl gehol- fen habe; im Ver- siche- rungsbüro Dune- mann
konnte er dennoch einen guten Einblick in den Ar- beitsalltag erhalten. "Ob- wohl die Zeit zu kurz war, um mich richtig anlernen zu

können, haben sich die Mitarbeiter sehr nett um mich gekümmert und mir kleinere
Aufga- ben gegeben, die ich erledigen konnte, zum Bei- spiel Formulare ausfüllen",
David Nickel
     Fotos: Scholz
berichtete Beitat.
David Nickel (17) arbeitete bei "Sport In" in der Alten Northeimer Staße. Er musste unter anderem Kunden betreuen, Waren auszeichnen und sichern, sowie Geräte ausliefern und zusammen- bauen. Nickel sagte: "Besonders gut fand ich den Umgang mit den Kunden und das nette Betriebsklima. Ich denke, das Praktikum war eine gute Gewöhnung an die Arbeit." Sabrina Limburg (17), die ihr Praktikum in der Regionaldirektion der AOK in Osterode verbrachte, war ebenfalls begeistert. "Das Arbeitsklima war sehr gut, alle

Mitarbeiter haben mir Auskunft gegeben. und ich habe einen Einblick in die verschiedenen Versicherun- gen bekommen." Zu ihren Aufgaben gehörte vor allem die Bearbeitung vieler kleinerem Aufträge am Computer, so das-ihr nie langweilig wurde. Sabrina im Rückblick: "Obwohl es ab und zu etwas stressig war. hat mir die Arbeit viel Spaß gemacht". Fazit: Die drei Wochen waren für die Schülerinnen und Schüler sicherlich eine gute Gelegenheit, den Unter- schied zwischen Schule und Beruf kennenzulernen und einen kleinen Einblick in die verschiedenen Betriebe zu

Sabrina Limburg
erlangen. (Anm. der Redak- tion: Den Bericht schrieb Nadine
Scholz (16). Sie arbeitete als Praktikantin in der "Harz Kurier"-Redaktion Osterode.)




Leichtathletik - Adrian Krysewski (LG Osterode)        

Junger Modellathlet mit Prinzipien

>Modellathlet! Das ist so ungefähr der erste Gedanke, der einem durch den Kopf geht, wenn man Adrian Krysewski gegenübersteht. Der junge Osteroder ist mit seinen knapp neunzehn Jahren kaum zu übersehen, bei einer Körpergröße von 1,94 Meter und 86 Kilogramm Wett- kampfgewicht. Würde man Adrian nicht kennen und müsste man die Sportart erraten, die der junge Mann betreibt, so würden sicherlich nicht wenige auf den Zehnkampf tippen.
Und tatsächlich ist es die Königsdisziplin der Leichtath- letik, der sich der noch 18-Jährige verschrieben hat. Zwangsläufig, denn im Laufe der Jahre hat der Athlet von der LG Osterode in zahlreichen Lauf-, Wurf- und Sprungdisziplinen ein enorm hohes Niveau erreicht. Im vergangenen Jahr war Adrian

Krysewski Bezirksmeister im Fünfkampf, sowie Bezirksmeister im Hochsprung, im 110-Meter-Hürden-sprint sowie im 400-Meter-Hürdenlauf. Über beide Hürdenstrecken belegte er auch bei den Niedersäch- sischen Landesmeisterschaften jeweils den zweiten Platz. Auch bei den Norddeutschen Jugendmeisterschaften kam er mit zwei dritten Plätzen über diese Strecken auf das Treppchen. Mit seiner persönlichen Bestleistung von 15,18 Sekunden über die 110-Meter-Hürden (im Bild) gelang ihm außerdem die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften.
Adrian hält derzeit 16 Kreisrekorde und drei Bezirksrekorde. Im Zehnkampf liegt seine Bestleistung im Moment bei 6198 Punkten. Angefangen hat der junge LGer aber zunächst nicht mit

dieser Disziplin, sondern im zarten Kindergartenalter in der Nachwuchsgruppe seines Vereins. "Als kleiner Junge habe ich zunächst noch ganz spielerisch begonnen, Sport zu treiben. In derGruppe von Klaus Bertram ging es vor allem recht locker zu. Ohne irgendwelchen Druck und erst nach und nach wurde das Training spezifischer, erinnert sich der Gymnasiast an seine ersten leichtathletischen Laufversu- che. Aus den frühen spiele- rischen Übungsnachmittagen wurden dann schließlich richtige Trainingseinheiten. Derzeit trainiert Adrian drei- bis viermal die Woche, wobei er zweimal in der Trainings- gruppe die Grundlagen der leichtathletischen Disziplinen erarbeitet und zweimal wöchentlich alleine seine Kondition verbessert. Außer- dem, und hier bringt er


Stattliche 1,94 Meter: Adrian Krysewski
        Fotos:privat/Michael Bähr

ebenfalls gute Voraussetzun- gen mit, spielt der 1,94 Meter große Teenager einmal die Woche Basketball.
Insgesamt sind diese Trainingsumfänge für einen Athleten der Jugend A eher mickrig, weiß auch Adrian Krysewski, beteuert aber hier nicht tief zu stapeln. Angesichts seiner Erfolge müsse eigentlich die Frage erlaubt sein, ob der LGer nicht noch heimlich trainiere. Lachendbetont er, dass dies nicht der Fall sei. Schließlich, so der 19-Jährige gebe es im Leben noch andere Dinge.

Da sei zunächst einmal das Abitur, das er natürlich möglichst gut packen möchte und das dieses Jahr anstehe. Als überzeugter Christ ist er kirchlich engagiert, was ihn oft in Gewis- senskonflikte bringe. "Gerade beim Zehnkampf ist der zweite Wettkampftag oft am Sonntag. Das heißt, ich muss mich oft zwischen Kirche und Sport entscheiden", beschreibt er das Dilemma, in dem er oft steckt.
Trotzdem bleibt die Teilnahme an den "Deutschen" in der Königsdisziplin eines seiner Ziele.                   Michael Bähr




Kunstradfahrerin Maria Hüter ("Frisch Auf Förste")
Marias Reigen: Artistik auf zwei Rädern

Maria Hüter aus Gittelde fährt gerne Fahrrad. Das ist zunächst nichts Ungewöhnliches. Millionen andere tun das in Deutschland auch. Doch wenn die 16 -jährige Gymnasiastin in die Pedalen tritt, dann nicht etwa, um ausgedehnte Touren durch die Feldmark oder in den Wald zu unternehmen. Sie radelt vielmehr auf äußerst begrenztem Terrain, dreht vornehmlich in Turn- und Sporthallen ihre Runden. Fast immer im Kreis, ohne Bremsen, ohne Gangschaltung.
Das Fahrrad der jungen Blondine wirkt auf den ersten Blick ein wenig altmodisch. Auffällig der breite Sattel, der hoch gebogene "Gesundheitslenker" und die mit langen Dornen bestückten Naben der beiden Laufräder. Doch das alles hat seinen Sinn. Maria Hüter braucht dieses "Equip- ment", wenn sie das demon- strieren will, was Zuschauer immer wieder in Entzücken ver- setzt und vor Spannung zeitweilig den Atem anhalten lässt: Artistik auf zwei Rädern.
Seit 10 Jahren aktiv
Maria Hüter ist Kunstradfahrerin. In ihrer Altersklasse zählt sie zu den Besten in der Republik. Ihr hohes Leistungsniveau unter- strich sie zuletzt im vergangenen Herbst, als sie beim Bundespokalfahren der Juniorin- nen den 2. Platz belegte.
Seit 10 Jahren ist die Gittelderin beim RSV "Frisch Auf" Förste aktiv und inzwischen das sportliche Aushängeschild des kleinen Vereins. Betreut und auch in "Durchhängephasen" immer wieder von ihrer unermüdlichen Trainerin Elke Wilke motiviert, machte Maria Hüter rasch beachtliche Fortschritte im Umgang mit dem

Maria Hüter beim Lenkerstand. Ein Schnappschuss vom Bundespokalfahren im vergange- nen Herbst. Mit ihrem Reigen fuhr sie damals auf Platz 2.
                                              Foto privat


Kunstrad. 1993 gewann sie erstmals ein Landespokalfahren, wurde später Zweite beim Bundespokal und errang mit ihrer Vereinskameradin Inka Lagershausen im 2er-Kunstfahren sogar diese begehrte Trophäe.
Inzwischen hat sich die Schülerin des 10. Jahrgangs am Osteroder Gymnasium insgesamt rund 28 verschiedene Übungsteile auf dem Fahrrad erarbeitet Teilweise geradezu akrobatische Elemente wie etwa der Lenkerstand oder gar der sogenannte Steiger, bei dem das Rad senkrecht emporgerissen und mit einer Hand am Laufrad festgehalten wird.

Auch der Wechsel zwischen dem Vorwärts- und Rückwärts- fahren während einer Kür zählt zum Standardprogramm fortge- schrittener Kunstradsportler.
Sechs Minuten Zeit hat Maria Hüter im Wettkampf, um diesen „Reigen", wie es im Fachjargon heißt, auf der markierten Wettkampffläche zu fahren. Jeder Übungsteil wird mit einer Grundpunktzahl bewertet Bei Meisterschaften beziehungswei- se bei den Pokalfahren geht es darum, an diese vorgegebenen Punktzahlen so weit wie möglich heranzukommen. „Du darfst nicht wackeln und schon garnicht absteigen", nennt Maria Hüter das Grundprinzip eines erfolgreichen Reigens.
Denn jeder kleine Fehler, jede Unsicherheit wird von den Wertungsrichtern mit Abzügen bestraft.
Spaß ist die Hauptsache
Bis zum Alter von 18 Jahren kann Maria Hüter noch bei den Juniorinnen starten. Weitere Erfolge auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene dürften angesichts ihres Potenzials vorprogrammiert sein.
Darauf zu spekulieren ist ihre Sache freilich nicht. Ihr größter Wunsch für die sportliche Zukunft schaut nämlich anders aus. Hauptsache sei es, dass das Kunstradfahren auch weiterhin Spaß mache, gibt sich die Schülerin bescheiden.
"Und wie erfolgreich sie in ihrem Sport ist, muss im Grunde auch nicht Jeder wissen. Mit einem solchen Porträt „in der Zeitung" zu stehen, sei ihr doch irgendwie peinlich, gibt Maria Huter zu.
Aber wir sind da ganz sicher: Das steht die junge Zweirad-Artistin durch.          Uwe Lowin

Leichtathletik-Mädels des Gymnasiums Osterode
„Für Olympia" hervorragend trainiert

Sie hatten auf der Kunst- stofflaufbahn und auf dem Rasen alles gegeben. Sie waren gerannt „wie die Teufel", hatte weite und hohe Sprünge gemacht und noch weiter geworfen. Als schließlich alle Ergebnisse ausgewertet waren, brachen die Leichtathletik-Mädchen des Osteroder Gymnasiums in Berlin in Jubel aus: Sie hatten beim Bundesentscheid des Wettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia" den 11 Platz erreicht Das hat bislang noch keine Schule im Landkreis Osterode geschafft! Wie Sportlehrer und Betreuer Wolfgang Ahrens sagte, ist dieses tolle Abschneiden schon fast sensationeil, da die vorderen Plätze ohnehin erwartungsgemäß wieder an die Sportgymnasien aus den neuen Bundesländern gingen. Grund genug, die flotten Mädels des Gymnasiums für die Sportlerwahl 2001 des „Harz Kurier" zu nominieren. Jedes Jahr nimmt eine Mädchenmannschaft des Osteroder Gymnasiums an dem Bundeswettbewerb „Jugend trainiert für Olympia" teil. Auch im vergangenen Jahr hatten sich acht Mädchen der LG Osterode sowie ein Mädchen des MTV Gittelde durch den ersten Platz beim Bezirksentscheid, bei dem sie von Bodo Becker und Anne Zeyen betreut wurden, für den Landesentscheid


Ganz schön sportlich: Einige der er- folgreichen Leichtathletinnen des Gym- nasiums Osterode, vorn v.l.: Daniela Nießen, Ann'Kathrin Preuß und Marina Nießen. Hinten v.l.: Joana Schlen- czeck, Yvonne Keune, Lena Schaffart- zik und Isabell Spohr. Foto: privat

qualifiziert. Am 20 Juni wurde der Landesentscheid in Peine ausgetragen. Um in der schwächsten Emzeldisziplin, dem Speerwurf, noch einige Punkte mehr zu sammeln, wurde zusätzlich noch eine Handballspielerin der HSG Badenhausen „angelernt". Die Osteroder Mädchen zeigten der Konkurrenz erneut, was sie leichtathletisch alles drauf haben und standen auch in Peine wieder ganz oben auf dem Treppchen. Ein Sieg, an dem auch die engagierten Betreuer Egon Trentmann und Gerd Schmidt ihren Anteil hatten Damit hatten die Gymnasiastinnen aus der Kreisstadt zugleich die Fahrkarte zum Bundesentscheid nach Berlin gezogen. Doch als es am 25. September 2001 für vier Tage nach Berlin ging, fehlten drei Mädchen

Sie waren aus persönlichen Gründen verhindert. Hinzu kam, dass zur gleichen Zeit im Gymnasium mehrere Studienfahrten anstanden, so dass keiner der vorherigen Betreuer zur Verfügung stand. Schließlich erklärte sich Sportlehrer Wolfgang Ahrens bereit, die Mädchen zu betreuen. In den Laufdisziplinen sorgten Daniela Nießen (100m, 800m, Staffel) und Marina Nießen (Staffel) sowie Astrid te Broemmelstroet (100m, 800m, Staffel) für ein solides Punktekonto, das dann von den Springerinnen Joana Schlenczek (Weitsprung), Yvonne Keune und Lena Schaffartzik (beide Weit- und Hochsprung) aufgestockt wurde. In den technischen Disziplinen Kugel und Speer steigerten Ann-Katrin Preuß und Isabell Spohr den Leistungsstand der Mannschaft. Weitere Punkte sammelte Madeleine Schlenczek (100m, Kugel,Hochsprung). Wenn man die Schülerinnen auf ihre gute Platzierung ansprach, hörte man vor allem, dass sie selbst nicht mit diesem Erfolg gerechnet hatten. Auf die Frage, was ihnen am Besten bei diesem „olympischen" Wettbewerb gefallen habe, bekam man die Antwort: „Die gute Atmosphäre, der Zusammenhalt des Teams und der Spaß!" N. Scholz/U. Lowin

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