Tilman-Riemenschneider-Gymnasium Osterode am Harz
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18. Juni 2002 aus dem Harz-Kurier


Eine spritzige Abizeitung mit sehr viel Herz

OSTERODE. Wenn ich daran denke, wie wir in der noch computerlosen Zeit mühsam die zweitklassigen Kopien zur Abizeitung zusammengeschu- stert haben: Da ist das, was der Jahrgang 2002 jetzt in Osterode abgeliefert hat, schon ein ganz anderes Kaliber. Das Prädikat lesenwert, lehrreich und höchst unterhaltsam kann man der Abizeitung guten Gewissens verleihen. Sie umfasst etwa 200 Seiten vollgepackt mit witzigen Einfällen, flotten Sprüchen, sprühendem Humor und viel Herz und lebt von den gleichen Stärken, die auch den Reiz einer Lokalzeitung ausmachen: Man schreibt über jene, die sich kennen in einem allen vertrautem Umfeld. Wir kamen am Wochenende aus dem Lesen gar nicht mehr raus und haben uns mit den Geschichten um Schüler und Lehrer bestens amüsiert. Zweifellos hat da der Abijahrgang einen organisatorischen, techni- schen und journalistischen Kraft- akt bewältigt mit bemerkens- wertem Resultat. Die Schüler haben gezeigt, dass sie Wissen nicht nur konsumiert und gespeichert haben, sondern auch in der Lage sind, es intellektuell umzusetzen. Das ist in Zeiten der Pisa-Studie auch eine erfreuliche Auszeichnung für das Osteroder Gymnasium. Mein Geheimtipp: Seite 198 „Two strangers meet in London". Michael Paetzold




Präzisionsarbeit hilft dabei, Menschenleben zu retten
Die Schüler des Osteroder Gymnasiums über Organspenden informiert

OSTERODE (red). Fünf Stun- den sind der Zeitraum, den ein Herz stillstehen darf, bevor es in einem neuen Körper zu schlagen beginnt. Diese kurze Zeitspanne machte allen Schülern des 12 Jahrgangs am Gymnasium Osterode deutlich, welche un- geheuere Präzisionsarbeit nö- tig ist, um eine Herz- transplantation erfolgreich durchzuführen. Aber

alle Mühen bleiben vergebens, wenn sich keine Organspender finden. So war es das Hauptanliegen Dr. Grossmanns vom Zentrum für Herzchirurgie der Universitäts- klinik Göttingen, den Schülern die Angst davor zu nehmen, als mögliche Organspender von Medizinern zu früh für tot erklärt zu werden. Gerade das in der Öffentlichkeit gerne

strapazierte Bild vom tödlich verunglückten jugendlichen Motorradfahrer als dem klassischen Organspender, so Dr. Grossmann, entspricht nicht der Realität.
Gerade die bei solch Schwerverletzten vorgenom- menen medizinischen Maßnahmen, wie etwa die Einleitung eines künstlichen Komas, machen es äußerst

schwierig, einen Hirntod eindeutig festzustellen. Bei den meisten Organspendern wären vielmehr Gehirnblu- tungen die Todesursache. Welche Verbesserung der Lebensqualität ein neues Organ bedeutet, konnte Hil- mar Kumm von der Selbst- hilfegruppe der Trans- plantierten (Tel. 05571-2924) den Schülern anschaulich beweisen.

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