Tilman-Riemenschneider-Gymnasium Osterode am Harz
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1. Juli 2003 aus dem Harz-Kurier

„Verantwortung für die Zukunft haben Sie"
Entlassfeier am Gymnasium Osterode: Neun mit einer „l" vor dem Komma
OSTERODE (gf). Das beste Abitur des Jahrgangs 2003 im Kreisgymnasium Osterode machte mit der Gesamtzensur „1,3" Frauke Schulz. Weitere acht Abiturienten erreichten ebenfalls einen Abschluss mit einer „l" vor dem Komma. Es sind Luisa Hausmann und Imke Rordorf (beide 1,9), Marianna Deppe und Inka Lagershausen (beide 1,8), Nikola Schellmann (1,7). Elsbeth Wacker (1,6), Malte Keller (1,5) und lsabel Wenzl(l,4).
Diesen Neun überreichte der Vorsitzende des Förderkreises des Gymnasiums, Peter Beitat, eine Buchprämie. Für ihren Einsatz in der Schule überreichte der stellvertretende Landrat, Manfred Thoms, Prämien des Schulträgers Landkreis an Julian Hauck und lsabel Wenzl. Oberstudien- direktor Reinhard Krömer hat lsabel Wenzl zur Förderung durch die „Studienstiftung des Deutschen Volkes" vorge- schlagen, die auch bestätigt wurde. Insgesamt haben von 60 zugelassenen Abiturienten 59 ihr Abitur bestanden. Die Durchschnitts-
zensur ist 2,54. Mit 3,0 bis 3,6 bestanden 16 (27,1 Prozent) und mit 2,0 bis 2,9 (57,6 Prozent) 34 Abiturienten.
Die Abschlussfeier in der Stadthalle wurde durch eine Tanzaufführung mit Julia Bode, Marianna Deppe, Maike Franz, Lisa Milewski, Melanie Rath, Frauke Schulz, Imke Struck und lsabel Wenzl eröffnet. Mit Musik, die starken Beifall erhielt, bereicherten Elsbeth Wacker (Gesang) mit „Rusalkas Lied an den Mond" von Dvorsak und zwei Sätze aus der Sonate für Geige und Klavier von Corelli Imke Struck und Meike Franz die Feier.
Im Lied mit Gitarrenbegleitung „Baby, can I hold You" (Chapman) waren Inka Lagershausen, Franziska Helbing und Leena Gropengießer zu hören. Vor der Stadthalle empfing der Abitur-Jahrgang 2004 die Besucher mit einem turbulenten Indianerspiel. Den Schlussakkord setzte das „Jahrgangslied" des Abijahrgangs 2003 und ein Sektempfang. Direktor Reinhard Krömer sagte in seiner Be-
grüßung der Gäste und der Abiturienten, die Freude über den Abschluss sei „ hörbar und sehbar". Der Oberstudiendirektor dankte für die besondere Förderung des Schulaustausches mit Armentières und Ostròda. Den Abiturienten rief er zu: „Die Verantwortung für die Zukunft haben Sie".
Diese Verantwortung war auch das Thema der gemeinsamen Schülerrede von Nikola Schellmann und Johannes Leuschner. Kritisch wurde in der Schülerrede vermerkt, dass nicht der gesamte Unterricht den Vorstellungen entsprach. Schwer sei es gewesen, Neuerungen durchzusetzen. Dank gebühre den Lehrern, die sich auch für gemeinsame Unterredungen immer zur Verfügung stellten und engagiert ehrliches Interesse an der Zukunft der Schüler zeigten.
Kritik und Dank vermischten sich in der Rede der Eltern Dorothea Wacker und Heinz Wenzel. Einigen Lehrern sei für die „ Extra einsätze" zu danken, aber unvergessen sei-
Ablturienten des Jahres 2003 auf der Abschlussfeier in der Stadthalle: Die Erfolgreichsten stellen sich gemeinsam mit dem l. stellvertretenden Landrat Manfred Thoms, dem Vorsitzenden des Förderkreises Peter Beitat und Direktor Reinhard Krömer vor. FOTO: FEUERRIEGEL

en auch diejenigen, denen „man den Frust von weitem ansah". Den Lehrern wurde in der Eltemrede „mehr Macht" gewünscht. Dagegen sollte es eine „Entmachtung" der Schulbehörde (Regierungspräsidium) geben.
Man könne nur hoffen, dass die Jugend den Mut nicht verliert. „ Selbstvertrauen kann man nur lernen, wenn man Sicherheit und Geborgenheit aufgibt", sagte in der Rede für die Schule Studienrat Joachim Schäder. Er forderte zur Übernahme von Selbstverantwortung auf. Wenn Schüler das nicht begreifen, müsse man ihnen den Abgrund zeigen, in den man fallen könne. „Wer Erfolg haben will, muss zäher und härter arbeiten als Andere".




1. Juli 2003 aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

SABINE
TÖPPERWIEN

Foto WDR/Klaus Gürgen


Domänendomina
Wollen wir uns wirklich anhören, wie diese unangenehmen Angeber von der ARD noch mehr Porzellan zerteppern? Gegen das Triumphgeheul über den Erwerb der Bundesliga-Erstrechte für die „Sportschau" hatten die Klagegesänge über den Kaufpreis zwar keine Chance, aber all der Lärm dürfte nichts gewesen sein gegen das Schlachtgebrüll angesichts .cfer Frage nach dem geeigneten Moderator. Selbst Harald Schmidt spekulierte bereits über die richtige Wahl und brachte mit Jörg Pilawa (zufällig an jenem Tag sein Studiogast) immerhin jemanden ins Spiel, dem man gern zuhört. Doch vielleicht sollten in diesen harten Zeiten auch die niedergeschlagenen Gewerkschaften ein Bonbon zugesteckt bekommen. Es müßte ja nur die alte Forderung der IG Medien nach mehr Frauenpräsenz in der Sportberichterstattung aufgegriffen werden, und schon hätte man die Lösung: Sabine Töpperwien.
Die 1960 geborene Sportjournalistin ist immer noch die einzige Frau, die es bis- lang unter die Reporter der ARD-Schluß- konferenz aus den Fußballbundesliga- stadien geschafft hat. 1989 war sie nach vier Jahren beim NDR zum WDR gewechselt, wo sie auf den traditionellen Frauenjob Eiskunstlaufkommentatorin hof- fen durfte. Doch da sich im Berichtsgebiet des WDR traditionell knapp die Hälfte aller Fußballerstligamannschaften tummelt, bekam Sabine Töpperwien auch ihren Traumjob. Denn sie entstammt 'einer fußballverrückten Familie aus Osterode, wo sie bereits als Kind den dortigen VfB bei dessen Verbandsligaspielen anfeuerte. Beim WDR berichtet sie vor allem aus: dem Ulrich-Haberland-Stadion in Lever- kusen - ein 'besseres •Terrain für dra- matische Reportagen konnte man sich in den letzten. Spielzeiten kaum wünschen.
Mittlerweile haben sich selbst die denkbar traditionell verhafteten Samstagnachmittag-Rundfunkhörer, die für die legendäre Schlußkonferenz immerhin Kaffeetafel und Wagenwäsche ausfallen lassen, an die Frauenstimme in ihrer Männerdomäne gewöhnt. Und mehr als das: Sabine Töpperwien dominiert mittlerweile diese Domäne. Es mag ihr anfangs zugute gekommen sein, daß ihr älterer Bruder Rolf schon Meriten als Fußballreporter beim ZDF. gesammelt hatte - nicht nur ihre Stimme, auch der Name Töpperwien hatte also einen guten Klang. Aber durchgesetzt hat sie sich allein, und nur Veteranen wi& ihr Senderkollege Manfred Breuckmann oder Günther Koch vom Bayrischen Rundfunk agieren mit ähnlich viel Verve vor dem Mikrophon und vermitteln dem Zuhörer derart ein Gefühl, als ob er mitten im Stadion säße. Die noch abwartend lang- gezogenen Vokale, die am Beginn nahezu jeder Einblendung Sabine Töpperwiens stehen, werden binnen kurzem abgelöst durch hektische Temposteigerungen und größere Lautstärke - fürwahr, sie ist ein Rundfunktalent reinsten Wassers.
Solche Leute wird die „Sportschau" brau- chen, um den überkandidelt-witzigen Ton- fall, den wir jahrelang in „Ran" erdulden mußten, wieder vergessen zu machen. Nie ist Fußball im Fernsehen auch nur annähernd so attraktiv und zugleich doch so ernsthaft dargeboten worden wie in der Bundesligakonferenz der ARD-Radiosen- der. Schon ein paar der daraus vertrauten Stimmen könnten für die „Sportschau" Wunder wirken.    ANDREAS PLATTHAUS

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