Tilman-Riemenschneider-Gymnasium Osterode am Harz
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6. November 2003 aus dem Harz-Kurier


Briefe an die Redaktion
Die veröffentlichten Zu- schriften stellen die per- sönliche Meinung des Einsenders dar und decken sich nicht unbe- dingt mit der Meinung der Redaktion.
Die Redaktion behält sich das Recht zur Kürzung grundsätzlich vor. Nicht abgedruckt werden Briefe, die klagbare Aussagen enthalten.
Die gespaltene Schule
Es zeichnet sich immer stärker ab, dass das Gym- nasium Osterode nach Abschaffung der Orientie- rungsschulen im Jahre 2004 der große Verlierer im Poker um die zukünfti- gen Schulstandorte wer- den wird. Für keine ande-
re Schule vor Ort ist der Preis so groß wie für das Gymnasium: Meiner Über- zeugung nach droht die Spaltung unserer Schule!
Mit der beabsichtigten Auslagerung von Schul- jahrgängen des Gymna- siums in die Räume der viel zu weit entfernten Röddenbergschule geht die soziale und organisa- torische Einheit der Schu- le verloren. Die zukünf- tigen Röddenberg-Gym- nasiasten haben nicht die gleichen Chancen, sich im Schülerrat zu enga- gieren, an AGs teilzuneh- men, hinreichend infor- miert zu werden oder überhaupt nur Kontakt mit den Schülerinnen und Schülern der übrigen Al- tersjahrgänge aufzuneh- men, ein klarer Fall von Benachteiligung. Sie sind aber nicht die alleinigen Leidtragenden, vielmehr
auch das Kollegium. Die zahllosen, aber uner- lässlichen alltäglichen Absprachen, gegenseiti- gen Mitteilungen, kleinen Entscheidungen und Pla- nungen zwischen Lehrer- innen und Lehrern wer- den mindestens erschwert, teilweise sogar unmöglich gemacht. Wie sollen so eine lebendige Schulge- meinschaft, ein gutes Be- triebsklima im Kollegium und eine funktionierende Organisation aufrecht er- halten werden, wenn die einen hier und die ande- ren dort sind? Wie soll eine Schule angesichts dieser Erschwernisse ihre Bemühungen um Profil- bildung und Imagepflege fortsetzen können, um da- mit auch den berechtig- ten Erwartungen der El- tern bzw. der Öffent- lichkeit gerecht zu wer- den? Es kann nicht zu-
sammenwachsen, was zu- sammengehört. Durch die geplante Abspaltung tritt an die Stelle der schu- lischen Einheit die Ent- fremdung der Rödden- bergfiliale von der Stammschule.
Der Schaden, der dem Gymnasium Osterode durch die zu große räum- liche Trennung beider Teile zugefügt wird, ist meines Erachtens im- mens. Es erfüllt mich mit großer Sorge, dass die örtliche Politik anschei- nend gewillt ist, diese Folgen in Kauf zu neh- men. Ich erhoffe mir, dass auch die Angliederung der standortnahen „Kaffe- mühle" an das Gymna- sium einer ernsthaften Prüfung unterzogen wird.

Wolfgang Ahrens, Osterode
Mitglied des Kollegiums


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