Tilman-Riemenschneider-Gymnasium Osterode am Harz
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14. November 2003 aus dem Harz-Kurier

„Röddenberg als Außenstelle unannehmbar" Philologenverband Niedersachsen, Ortsgruppe Osterode, zur Schulstrukturreform in Osterode
OSTERODE (mp/red). Die im Sommer 2004 zu verwirkli- chende Schulstrukturreform hat auch im Landkreis Oste- rode weitreichende Konse- quenzen, denn der Gesetzge- ber sieht für die niedersächsi- schen Schulen vor, dass sie „reichlich gebündelt an einem Schulstandort errichtet und fortgeführt werden" und dass im Fall einer Auslagerung von Klassen „die Entfernung zwi- schen Stammschule und Außenstelle gering ist". Zur Umsetzung in Osterode äußerten sich jetzt Hans Mitt- mann, Lehrer des Osteroder Gymnasiums und Mitglied im Philologenverband, sowie Vorsitzender Rudolf Zmarsly, ebenfalls tätig in der Ostero- der Einrichtung.
Interessenausgleich
Bei der Frage der künftigen Standorte der einzelnen Schulen oder Schulformen in der Stadt Osterode sind die Hauptschule Dreilinden, die Hauptschule Neustädter Tor, die Realschule Röddenberg und das Gymnasium Osterode betroffen. „Ein Interessenaus- gleich zwischen diesen Schu- len ist notwendig. Diesen soll- te der Landkreis Osterode als zuständiger Schulträger för-
dern - und zwar ohne politi- sche Zwänge", so Zmarsly. Die angestrebten Lösungen sollten die Bildungsvoraus- setzungen der Kinder und Ju- gendlichen verbessern, zum Vorteil für den Unterricht, das Schulleben und ein positives Schulklima für alle Schulen der Stadt Osterode, ist die Meinung der Pädagogen.
Die bis jetzt von der Kreis- verwaltung für das Gymnasi- um favorisierte Standortlö- sung, sich in der ehemaligen OS Röddenberg Räume mit der Realschule zu teilen, sei aus vielerlei Gründen abzu- lehnen. Das Gymnasium sei eine pädagogische Einheit von Klasse 5 bis 12/13. Doch eine durch einen 1,4 Kilome- ter langen Fußweg räumlich getrennte Schule werde sich aufteilen in den „Rödden- berg" mit 10 Klassen und in die Gebäude an der „Dörge- straße". Erfahrungsgemäß minderten Außenstellen das schulische Profil, da Angebo- te wie Orchester, Theater, Ar- beitsgemeinschaften und Sportveranstaltungen organi- satorisch für die gesamte Schülerschaft schlecht durch- führbar seien und Schüler lange Fußwege meiden. „Ein Wir-Gefühl in der Schule
kann nicht entstehen. Not- wendiger jahrgangsübergrei- fender Unterricht kann nicht eingerichtet werden", formu- lieren Zmarsly und Mittmann einige ihrer Bedenken.
Es entstünde eine „Piste"
Zwischen „Dörgestraße" und Röddenberg" entstünde eine „Piste", auf der pro Tag 40 Lehrer „mal schnell" in 5- und 15-Minuten-Pausen den Standort wechseln. Wie viel Jahresunterrichtszeiten blie- be durch die unvermeidlichen Verspätungen förmlich auf der Strecke? Wie viele Bera- tungsgespräche mit Schülern fallen aus? Wo ist der Klas- senlehrer zum Eltemge- spräch, der gerade in der „an- deren Niederlassung" weilt oder „unterwegs" ist?
Das Gymnasium, so die Pädagogen, bereitet auf ein Hochschulstudium und gleichwertige Berufsausbil- dungsgänge vor. Es ist Kul- turträger einer Stadt und ein Argument für Zuzugsinteres- sierte. Alle Bürgermeister- kandidaten hätten das betont. „Wie viele junge Leute haben das Gymnasium Osterode durchlaufen und sind beruf- lich in diesem Raum geblie-
ben. MUSS es nach PISA nicht für eine Kreis- und Stadtver- waltung die Aufgabe sein, ihr Gymnasium und ihre zugleich größte allgemein bildende Schule vor Ort so zu unter- stützen, dass der Bildungs- und Wirtschaftsstandort Osterode an Attraktivität ge- winnt? Aus diesen Gründen lehnen wir die Außenstelle Röddenberg für das Gymnasi- um Osterode strikt ab und fordern die Anbindung von Räumen in der Neustädter- Tor-Schule, nur 400 Meter vom Gymnasium entfernt"
Der Philologenverband un- terstützt die Position der Hauptschule Dreilinden. Die Realschule hätte die Möglich- keit, alle Räume in der ehe- maligen „OS Röddenberg" zu nutzen. Sie könnte so alle Schülerinnen und Schüler aus dem Einzugsgebiet aufneh- men, die die Realschule an- streben - auch die Schüler aus „Lapeka".
Die beiden Lehrer: „Diese Lösung würde jede Schulform in Osterode stärken und den Schulformen jeweils einen ei- genen Standort sichern. Dies wäre ein gerechter Interessen- ausgleich und würde den Vor- haben des neuen Schulgeset- zes entsprechen".


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