Tilman-Riemenschneider-Gymnasium Osterode am Harz
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27. November 2003 aus dem Harz-Kurier

Lösungen suchen, Übergangszeit gestalten
Schulelternrat des Gymnasiums lädt ein zur Vollversammlung in der Stadthalle
OSTERODE (mp). Irgendwer wird bei der Schulstrukturre- form in Osterode vermutlich als Verlierer dastehen: So zumindest ist nach dem derzeitigen Stand der Dinge anzunehmen.
Dass das eigentlich nicht so sein dürfte und müsste, machte jetzt der Vorstand vom Schulelternrat des Osteroder Gymnasiums in einem Pressegespräch deut- lich. Er wendete sich gegen die bisher formulierten Pla- nungen, von denen außer dem Gymnasium, die Haupt- schulen Dreilinden und
Die Elternvertreter Harald Freye, Raymond Rordorf, Helmut Breunig und Susanne Didrigkeit-Kunze. (von links)             FOTO: MICHAEL PAETZOLD
Neustädter Tor und die Realschule Röddenberg be- troffen sein werden.
Keinesfalls, so Vorsitzender Raymond Rordorf, werde das Gymnasium eine Außenstel- le Röddenberg akzeptieren. Andererseits wolle man trotz der aktuellen Diskussion auch nicht die Hauptschule Neustädter Tor verdrängen.
Was gibt es für Modelle, wie könnten Lösungsvorschläge aussehen, wie sollte man die
Übergangszeiten gestalten, bis fundierte Zahlen über die Schülerbewegung in drei bis fünf Jahren vorliegen? Solche Fragen werden am Donners- tag, 4. Dezember, um 19.30 Uhr in der Stadthalle Ostero- de im Rahmen einer Diskussi- onsveranstaltung erörtert, zu der der Schulelternrat des Gymnasiums alle einlädt, die von der Umsetzung der Re- form betroffen sind, „In die- sem weiten Spannungsbogen
verschiedener Interessen wol- len wird informieren und dis- kutieren und damit unsere ge- meinsamen Aktivitäten bis zur Entscheidung im Kreistag vorbereiten", so Raymond Rordorf.
Die Situation für das Gym- nasium, das nach dem Wegfall der OS mit einem starken An- stieg der Schülerzahlen rech- net, wie für alle anderen Schulformen dürfe sich nicht verschlechtern. Wichtig für das
Gymnasium sei es, eine ortsnahe, intelligente Über- gangslösung zu finden. Diese könnte beispielsweise in einer Teilnutzung der Hauptschule Neustädter Tor, von Räum- lichkeiten der Schachtrupp- Villa und der Errichtung von Schulcontainern bestehen.
Ansonsten würde für das Gymnasium frühestens die Abschaffung des 13. Jahr- gangs in etwa acht Jahren et- was Entlastung bringen.


Lasfelder Haupt- und Realschüler sollen weiter in Osterode beschult werden
Aus der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Schule und Sport der Stadt Osterode
OSTERODE (ca). Großer An- drang herrschte am Montag bei der öffentlichen Sitzung des „Ausschusses für Jugend, Schule und Sport" im Rats- saal der Stadt Osterode unter Vorsitz von Karl-Heinz Haus- mann. Stand doch diesmal die Fortschreibung des Schul- entwicklungsplanes auf der Tagesordnung.
Nach kurzer Vorstellung des Konzeptes des Landkreises durch Stadtdirektor Enno Mönnich stellte er einen eigenen Vorschlag der Stadtverwaltung zur Diskus- sion: Der vorläufige Plan des Landkreises als Schulträger beinhalte eine Zusammenle- gung der Hauptschulen (HS) „Neustädter Tor" und „Drei- linden" am Standort Neustädter Tor, außerdem die Deckung des zusätzlichen Platzbedarfs von Gymnasium und Realschule durch die Räumlichkeiten der OS Röddenberg und schließlich eine Beschulung der Lasfelder Haupt- und Realschüler in Badenhausen. Im Gegensatz dazu empfehle Mönnich eine Zusammenlegung der beiden HS „zweckmäßigerweise" am Schulstandort Dreilinden, der nach
Auskunft des Landkreises mindestens siebzehn Klassen- räume zur Verfügung stellen könne. Sollte dennoch Zu- satzbedarf bestehen, könne dieser seiner Meinung nach auch noch am Neustädter Tor gedeckt werden, was den Vor- teil habe, die Schüler aus Las- felde weiterhin in der Stadt Osterode beschulen zu kön- nen. Desweiteren sollten dem Gymnasium fehlende Klas- senräume am Standort Neu- städter Tor zur Verfügung ge- stellt werden und die Real- schule Zusatzraum an der 0^> Röddenberg erhalten.
Mit dem Vorschlag der Stadtverwaltung zeigte sich die CDU-Fraktion im Aus- schuss in Übereinstimmung, während die SPD-Gruppe be- züglich des Hauptstandortes einer zusammengelegten HS anderer Meinung ist: Der solle nämlich dauerhaft am Neu- städter Tor sein. Zugleich for- derte Peter Wendlandt in den zuständigen Gremien die nochmalige Prüfung einer weiteren Möglichkeit der standortnahen Raumer- schließung für das Gymnasi- um. Das Ratsmitglied Ray- mond Rordorf bemängelte
den Plan des Landkreises als zu „technokratisch", befand jedoch beide Vorschläge, den der Stadtverwaltung und „die Variationen" der SPD-Frakti- on, für gut.
Damit werde nun das Pla- nungs-Paket nochmals aufge- schnürt, sagte er, wobei er ei- ne Miteinbeziehung der Drei- lindener Grundschule und der Wartbergschule in die Um- strukturierungspläne emp- fahl. Zusätzlich appellierte Rordorf an den Landkreis, verschiedene Alternativmo- delle, komplett und durchge- rechnet, zwecks besseren Ver- gleichs nochmals vorzulegen.
Lebhafte Diskussion
In der weiteren Diskussion im Ausschuss wurde deutlich, dass man „doch ein bisschen noch im Trüben fischt", so der Vorsitzende Hausmann, im Hinblick auf die Entwicklung der Schülerzahlen und die künftige Anwahl der einzel- nen Schulformen. Während es in der Ausschusssitzung be- züglich der meisten Umstruk- turierungsmaßnahmen zu ei- nem allgemeinen Konsens kam, konnten sich die Mit-
glieder in der Frage des Hauptstandortes einer zu- sammengefassten Hauptschu- le nicht einigen.
Die anschließende Abstim- mung im Ausschuss erbrachte folgendes Ergebnis: Die Haupt- und Realschüler aus Lasfelde sollen weiterhin in Osterode beschult werden, der zusätzliche Platzbedarf des Gymnasiums wird am Standort Neustädter Tor ge- deckt und der der Realschule an der OS Röddenberg. Die HS „Neustädter Tor" und „Dreilinden" werden zusam- mengefasst mit Hauptstand- ort am Neustädter Tor und langfristig sollen alle Schul- formen einen ungeteilten Standort erhalten.
In der an die Ausschusssit- zung folgenden Bürgerfrage- stunde wurde eine Diskussi- onsrunde mit Vertretern aller Schulformen angeregt, die sich mit dem Landkreis als Schulträger in Verbindung setzen könne, da eine endgül- tige Entscheidung im Kreis- tag, unter Einbeziehung der Stellungnahme des Stadtra- tes, erst für Anfang März kommenden Jahres erwartet werde.




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