Tilman-Riemenschneider-Gymnasium Osterode am Harz
QuickJump:         Suche:

9. Dezember 2003 aus dem Harz-Kurier

„Variante muss bezahlbar sein und bleiben"
Diskussion über Schulstandorte: Ringen um den goldenen Mittelweg in der Stadthalle
OSTERODE (ca). In dem Bemühen, die durch die Schulstrukturreform ausgelö- sten räumlichen Veränderun- gen für die einzelnen Schul- formen so gering wie möglich zu halten, lud der Schulel- ternrat des Osteroder Gymna- siums zu einer offenen Infor- mationsveranstaltung .
Mehrere Varianten

Viele Eltern, aber auch Schüler, Lehrer und Vertreter aus Politik und Verwaltung waren der Einladung in die Stadthalle gefolgt. Im Ringen um den „goldenen Mittelweg" stellte der Schulelternrats- vorsitzende Raymond Rordorf fünf verschiedene Alternati- ven vor zu dem bereits be- kannten Plan des Landkreises als Schulträger. Danach würde in einer ersten Variante das Gymnasium seinen Zusatzbe- darf von etwa zehn Klassen- räumen mit Übernahme der
gesamten Schachtruppvilla decken oder in einer zweiten Variante die fehlenden Räu- me in der Hauptschule (HS) „Neustädter Tor" bekommen. In der dritten Alternative über- nähme das Gymnasium die gesamte genannte HS, wobei er klarmachte, dass jede Entscheidung „einen Ratten- schwanz von anderen Bewe- gungen" nach sich ziehe mit den entsprechenden Vor- und Nachteilen für alle Beteilig- ten. In einer weiteren Variante bekäme das Gymnasium „Schulcontainer" auf das ei- gene Gelände gestellt, wenn ein fester Neubau zu teuer sei. Der deutliche Vorteil dabei wäre, dass die Schule keine Außenstelle hätte. Die fünfte und letzte Möglichkeit, die der Eltemratsvorsitzende präsen- tierte, besteht in einem Mischkonzept von Schulcon- tainer und Nutzung einiger Räume der HS „Neustädter Tor".
In einer ersten Stellungnahme dazu befand der SPD- Kreis- tagsabgeordnete und stellver- tretender Landrat Manfred Thoms alle an diesem Abend vorgebrachten Argumente für richtig, aber „jede Variante muss bezahlbar sein und bleiben", betonte er, denn die Haushaltsmittel seien „sehr, sehr begrenzt". Seiner Meinung nach werde man, wie es auch landesweit zu beobachten sei, ohne Außen- stelle nicht auskommen.
Schülerrückgang

Während der Vorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion Her- mann Seifert die Unterrichts- qualität einer übergangs- weise geteilten Schule nicht zwangsläufig beeinträchtigt sieht, wie vom Gymnasium befürchtet, begrüßte die CDU-Landtagsabgeordnete Regina Seeringer die vielen Anregungen. Sich den
Äußerungen ihrer Vorredner anschließend, unterstrich sie nochmal den zu erwartenden Rückgang der Schülerzahlen, der von vornherein größere Investitionen ausschließe. Da- zu käme die Unsicherheit be- züglich der künftigen Anwahl der einzelnen Schulformen, was momentan eine sinnvolle politische Entscheidung er- schwere. Der Kreistagsabge- ordnete Dr.WoIfgang Wegener (FWG) sieht in der gesamten Raumproblematik sogar eine Chance für die beiden Haupt- schulen, zu einer Schule zu- sammengefasst zu werden und mahnte einen sorgsamen Umgang mit ihnen an. Kein Modell sei momentan um- sonst, stellte Rordorf klar nach einigen Nachfragen aus dem Publikum, und auf dieser Basis müsse man an einem Konzept arbeiten, das „alle zu kleinen Verlierern macht und nicht einen zu einem großen Verlierer."



Übersicht