Tilman-Riemenschneider-Gymnasium Osterode am Harz
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20. Dezember 2003 aus dem Harz-Kurier

Ratsempfehlung: Standort Neustädter Tor soll bleiben
Rat der Stadt Osterode diskutierte Verwaltungsvorlage zum Schulentwicklungsplan vor vielen Zuhörern
OSTERODE (mp). „Lie- bes Mitglied im Ostero- der Stadtrat: Wir sind 20 Schülerinnen und Schü- ler und seit dem 21. August 2003 an der HS Neustädter Tor. Uns gefällt es sehr gut an dieser Schule, sie liegt im Innenstadtbereich und ist schnell zu er- reichen", plädierten die Schüler für den Standorterhalt der HS Neustädter Tor in einem Schreiben einleitend, dessen Kopien sie den Ratsmitgliedern vor der Sitzung am Donnerstag- nachmittg in die Hände drückten. Dazu gab es entsprechend der Weih- nachtszeit je eine Tüte Nüsse.
Dass das auf die Tages- ordnung gesetzte The- ma „Schulentwicklungs- plan" derzeit die Gemü- ter bewegt, zeigte allein die selten große Zahl an Zuhörern, Jugend- liche, Lehrer und Eltern- vertreter verschiedener Schulen. Die Span- nung, welche Empfeh- lung der Stadtrat zur Standortfrage in Rich- tung Kreistag abgeben würde, war greifbar. „Mit der Änderung des Schulgesetzes muss der Schulentwicklungsplan fortgeschrieben werden, mit nicht unerheblichen Folgen", leitete Stadt- direktor Enno Mönnich den wichtigsten Tages- ordnungspunkt ein und stellte den Verwaltungs-
vorschlag vor, nach dem die Haupt- und Real- schüler aus Lasfelde weiterhin in der Stadt Osterode beschult wer- den, die der Realschule fehlenden Räume in der Schule Am Röddenberg, die dem Gymnasium fehlenden Räume in der heutigen Hauptschule Neustädter Tor zu Verfügung gestellt werden sollen. Die Hauptschulen Neu- städter Tor und Dreilin- den werden demnach zu einer Hauptschule in Dreilinden zusammen- gefasst.
Einheitlicher Standort

Ziel der Umstrukturie- rungen müsse es sein, dass jede Schulform ei- nen einheitlichen Standort erhält, ver- deutlichte Peter Wend- landt (SPD), seine Frak- tion sei nicht verant- wortlich für die über- stürzten Entscheidun- gen im Rahmen der Reform. Er sprach sich für den Erhalt des Hauptschulstandorts Neustädter Tor aus. Hier werde gute Arbeit ge- leistet, die Integration ausländischer Schüler sei erfolgreich. „Die Schule steht dort, wo die Kinder herkommen: in der Innenstadt", so Wendlandt.
Auch Jochen Freck- mann (CDU) kritisierte grundsätzlich die Aus-
senstellenlösungen. Strittig sei für die CDU nur die Standortfrage der Hauptschulen, in der Freckmann der Ver- waltungsvorlage folgte. „Es ist egal, wo man gute pädagogische Arbeit leistet", sagte er.
Überrascht wurden alle Anwesenden von der brandneuen Informa- tion, dass man nach einer Begehung im Gymnasium dort mög- licherweise neue Raum- kapazitäten schaffen kann. Bei Abstrichen in der bisherigen Nutzung und nach umfangrei- chen Umbaumaßnah- men im Kellergeschoss des Gymnasialgebäu- des rechnet Elternrats- vorsitzender Raymond Rordorf (Grüne) mit fünf bis sechs Räumen (Kursräume), wenndie Bauaufsicht des Land- kreises grünes Licht gibt. Weiterer Bedarf könnte in der Schacht- rupp-Villa, in der BBS I oder durch eine Con- tainerlösung gedeckt werden. Er riet dazu, sich in einer Empfehlung zu diesem Zeitpunkt noch nicht festzulegen. „Wir wollen eine Schule möglichst ohne Außenstellen", betonte er.
Der FWG-Ratsherr Dr. Wolfgang Wegener räumte mit einem in der Bevölkerung vor- herrschenden „Missver- ständnis" auf, die Stadt
gestalte die Landschaft der weiterführenden Schulen. Die Stadt kön- ne lediglich eine Stel- lungnahme zum Ent- wurf des Landkreises abgeben, der Schulent- wicklungsplan werde im Frühjahr vom Kreistag beschlossen. Als wenig fundiert bezeichnete er weite Teile der Verwaltungsvorlage, für detaillierte Planungen fehlten der Stadt die Fakten. Wegener lehnte es ab, „bei einer derart dürftigen Faktengrund- lage einen derart kon- kreten Vorschlag" zu machen und enthielt sich bei der Abstim- mung aller Punkte.
Nicht strammstehen"

„Wir können doch als Stadt nicht sagen, der Kreis wird es schon machen", reagierte der Stadtdirektor. Im Rah- men des Anhörungsver- fahrens dürfe man zurecht fragen, was der Landkeis vorhat: „Wir müssen doch nicht strammstehen". Gegen die Stimmen der CDU fand dann der Ände- rungsantrag der SPD eine Mehrheit, der in den Punkten eins und zwei der Verwaltungs- vorlage folgte. Abwei- chend die Formulierung dann aber in Punkt drei, wonach das Gymna- sium ohne Außenstelle betrieben werden soll
und die dem Gymna- sium fehlenden Räume „beispielsweise" in der Neustädter Torschule zur Verfügung gestellt werden. Der entschei- dende Unterschied zur Vorlage betraf den künftigen Hauptschul- standort. Beide Haupt- schulen sollen am Neustädter Tor zusam- mengefasst werden. Dafür hatte sich schon zuvor der Verwaltungs- ausschuss mehrheitlich ausgesprochen.
Die Zustimmung der Ratsherren fand ferner der Grundsatzbeschluss, die am Ende eines Haushalts vorhandenen Ortsratsmittel der Ort- schaften Lasfelde, För- ste, Freiheit, Schwie- gershausen, Dorste und Lerbach im darauffol- genden Jahr nicht nachzuveranschlagen. Die Ortsräte werden aufgefordert, aus ihren Ortsratsmitteln zu finan- zierende investive Maßnahmen so frühzei- tig zu beschließen, dass sie im Nachtrag des laufenden Jahres ver- anschlagt werden kön- nen, „damit kein De- zemberfieber" ausbre- chen kann, so der Stadtdirektor. Ortsbür- germeister Hellmut Kamper formulierte die Bitte an die Verwal- tung, künftig die Be- schlüsse der Ortsräte zur Verwendung der Mittel schnell zu behandeln.


Arm und Reich
(mp). Voller Elan haben Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 k des Gymnasiums Osterode im Rahmen des evangelischen Religonsunter- richts für Mitschüler und Lehrer einen Kuchenbasar organisiert. Den Themen- komplex „Arm und Reich" hatte man behandelt und auch Möglichkeiten der Armenhilfe erörtert. Das Resultat des Basars kann sich sehen lassen, die vielen Besucher futterten offensicht- lich ordentlich. Es kamen 190 Euro zusammen, die der Hilfsorganisation „Ärzte Ohne Grenzen" gutgeschrieben wurden.
Demonstriert wurde hier christliche Nächstenliebe in praktische Anwendung. Die Aktion wird sicher auch allen Beteiligten in guter Erin- nerung bleiben.



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