„Andorra" von Max Frisch: Theatergruppe des Osteroder Gymnasiums spielte vor vollem Haus ![]() |
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OSTERODE (aw) Wer in der voll besetzten Stadthalle zu Gast war, der konnte im wahr-sten Sinne des Wortes was er-leben: Die Theatergruppe des Gymnasiums bot eine Auffüh-rung vom Feinsten, und es gab keinen Anlass für irgendwelche Abstriche, weil es zudem eine Laienspielgruppe ist.
Aufgeführt wurde von Max Frisch das Stück „Andorra", ei-ne Auseinandersetzung mit dem Faschismus. Der Zuschau-er soll die Bühne dabei nicht als Abbild er Realität betrach-ten, sondern als Bühne, auf der ein Modell gezeigt wird. In dem Stück nimmt der Lehrer |
Can das Judenkind Andri auf und rettet ihm so das Leben. Doch Andri ist stets den Vorurteilen der Andorraner gegen Juden ausgesetzt und findet eigentlich keinen rich-tigen Anschluss in der Ge-meinschaft der Andorraner. Selbst gegenüber seiner Ge-liebten Barblin, Cans Tochter, fühlt er sich stets unterlegen und minderwertig. Über die Jahre hinweg steigert er sich immer mehr in die Außen-seiterrolle hinein und selbst als sich schließlich herausstellt, dass er in Wirklichkeit gar kein Jude ist, ist es für eine Umkehr zu spät. Die Andorraner sind
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unfähig, von ihren Vorurteilen abzugehen bzw. sie überhaupt als Vorurteile zu erkennen und selbst Andri kann nicht mehr aus seiner Rolle schlüpfen und beugt sich seinem Schicksal, welches ihm schließlich vom „Judenschauer" beschert wird. Besonders eindrucksvoll bei der Inszenierung des Stücks war die eingebaute Rahmen-handlung. Hier wurden Inter-viewauszüge von 50 Jahren später eingespielt. Keiner kann sich mehr wirklich an die Geschehnisse von damals erinnern, aber "... ich bin nicht schuld an dem was damals passiert ist!" Diese Thematik
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Die Mitglieder der Theater-AG nahmen die Gratulation von ihrer Direktorin Karin Thiele (rechts im Bild) in
Empfang. FOTO: WEINFURTNER
ist heute so aktuell wie damals. Die Aufführung war ein gelungenes Stück, und es wäre im Sinne vieler, wenn der Wunsch der Beteiligten in Erfüllung geht und sich wieder genügend neue Mitglieder der Theater-AG des Gymnasiums anschließen, weil etliche bisherige Mitglieder mit Erreichen des Abiturs die Schule verlassen. |




