Tilman-Riemenschneider-Gymnasium Osterode am Harz
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27. Mai 2004 aus dem Harz-Kurier
„Öffnung nach Außen permanenter Prozess"
Gymnasialleiterin Karin Thiele setzt auf Wettbewerbsfähigkeit und Werteorientierung
OSTERODE ((mp). Studiert hat sie in Hannover Biologie und Politik, das Studiensemi-nar besuchte sie in Olden-burg, dann Tätigkeit in einer Schule in Syke bei Bremen, seit 1986 zweijährige Mitarbeit im Niedersächsi-schen Umweltministerium als Projektleiterin (FWJ) und von 1990 an Lehrerin im Herzber-ger Gymnasium: Die gebürti-ge Hildesheimerin Karin Thiele hat sich schon in vie-len Richtungen umgetan, jetzt, so scheint es, ist sie an ihrem B-stimmungsort ange-kommen, dem Osteroder Gymnasium.
Vor genau einem halben Jahr übernahm sie hier die Geschäfte von Gymnasiallei-ter Reinhard Krömer und hat sich mittlerweile gut einge-lebt. Und just heute erhält ih- re Ernennungsurkunde zur Oberstudiendirektorin Rechts-kraft, die man ihr am 18. Mai bei der Bezirksregie- rung Braunschweig über- reichte.
„Die Wettbewerbsfähigkeit ei-nes Landes beginnt nicht in der Fabrikhalle oder im For- schungslabor. Sie beginnt im Klassenzimmer", zitiert Ka- rin Thiele Lee lacocca, ehe- mals Chefmanager von Ford, in einem Gespräch mit dem „Harz Kurier" und beschreibt
damit ihr Verständnis von ei- ner Einrichtung, die Jugendli- che auf das sogenannte „Le- ben danach" optimal einzu- stellen hat. Bildung, so Karin Thiele, sei die wichtigste Res- source des Landes überhaupt, davon sei sie überzeugt: „Bil- dung dient dem sozialen Aus- gleich, ist der Schlüssel zum Arbeitsmarkt und noch im- mer die beste Prophylaxe ge- gen Arbeitslosigkeit."
Die Werteorientierung am Gymnasium Osterode bein- halte neben der fachspezifi- schen Ausbildung mit wach- sender Bedeutung auch die soziale Erziehung. Immer mehr Erziehungsaufgaben würden auf die Schulen über- tragen, während sich anderer- seits immer mehr Eltern aus ihrer Erziehungsaufgabe ver- abschiedeten. Karin Thiele bietet hier eine effektive, ko- struktive Zusammenarbeit und setzt auf den Dialog. Sie stellt aber fest: „Schule kann nicht alleinige Erziehungs- und Sozialstationsinstanz sein." In ihrer Arbeit will sie deshalb auch auf eine starke Eltern- und Schülervertre- tung bauen, um mit ihnen ei- nen Wertekonsens herzustel- len und Wertvermittlung als festen Bestandteil schulischer Bildung zu etablieren.
Übernahm vor einem halben Jahr die Leitung des Oste-roder Gymnasiums: Oberstu-diendirektorin Karin Thiele. FOTO: MICHAEL PAETZOLD
Ein weiteres Anliegen der neuen Schulleiterin ist die Öffnung der Institution nach Außen und, den Schülern größt mögliche Vielfalt zu bieten. Karin Thiele: „Das verstehe ich unter Vorbereitung auf das Leben." In vielfältiger Form arbeiteten Kollegium und Schülerschaft mit Einrichtun-gen in Gesellschaft, Wirtschaft oder des Landkreises zusam-men. Die Öffnung müsse als ein „permanenter Prozess" ver-
standen werden, in dem wei-tere Kooperationen ihren Platz haben werden.
Was die Wettbewerbsfähig- keit des Osteroder Gymnasi- ums angehe, werde es nicht in einen Konkurrenzkampf zu Lasten der Schüler eintreten, was den Wettbewerb in Be-zug auf optimale Bildungs-voraussetzungen unter ande-rem auch in den musischen und künstlerischen Feldern nicht ausschließe. „Wir neh-men den Kooperationsgedan-ken des Schulgesetzes sehr emst. Die Zusammenarbeit aller Schulen muss vertrau-ensvoll und ergänzend sein", erklärt die Schulleiterin. Wert legt sie auf die Feststellung, dass kein Eltemteil Sorge ha-ben müsse, dass die Durch-lässigkeit zum Beispiel zwi-schen Realschule und Gym-nasium nicht gegeben sei.
Abschließend ging Karin Thiele auf die Vorberei-tungen für die neuen Jahr-gänge ein. Es sei gelungen, neue Klassenräume im Hauptgebäude des Gymna-siums durch Einschränkung und Verzicht bei den Funk-tionsräumen zu schaffen. Dies sei aber nur möglich, weil der Landkreis groß angelegte Umbaumaßnahmen unter-stütze und finanziere.




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