Tilman-Riemenschneider-Gymnasium Osterode am Harz
QuickJump:         Suche:

4. Oktober 2004 aus dem Harzkurier

Bleibende Erinnerung an Karl Grönig
Familie überreichte Portrait an das Osteroder Museum im Ritterhaus
OSTERODE (gf). Karl Grö- nig, Heimatfreund und För- derer der Gründung des heutigen Museunis im Rit- terhaus, wird den Besu- chern dieses Hauses in Zukunft auch im Portrait in Erinnerung bleiben. Am Osteroder Abend des Hei- mat- und Geschichtsvereins im überfüllten Gesell- schaftsraum des Hotels Bör- gener überreichten Tochter Margret Specht und Schwiegertochter Irmgard Grönig ein Portrait, 1954 gemalt von Hermann Reichelt, an Museumslei- terin Angelika Paetzold.
Karl Grönig war Kunster- zieher am „Lyzeum" und der „Oberschule für Jungen", die später zum Gymnasium zusammen- gefasst wurden. Bis 1944 war er Oberlehrer, da die Nationalsozialisten dem Nichtparteimitglied und Freimaurer den Titel Stu- dienrat vorenthielten. Be- kannt wurde er auch durch seinen Werkunterricht in der Zeit der Ar- beitslosigkeit vor 1933 und durch seine von 1935 bis 1940 in ganz Deutschland vertriebenen „Osteroder Truhen", die ebenfalls zunächst durch
Harzkurier
4.10.2004
Überreichten Museumsleiterin Angelika Paetzold (rechts) das Bild: Margret Specht und Irmgard Grönig (zweite von rechts). Im Hintergrund HGV-Vorsitzende Ingrid Kreckmann
FOTO: GERHARD FEUERRIEGEL
arbeitslose Handwerker gefer- tigt wurden. Seine Kunstrich- tung war überwiegend streng naturalistisch, wobei es ihm besonders auf Feinheiten ankam. Hier traf sich seine Auffassung mit Tilman Rie- menschneider, den er als den „größten Sohn von Osterode" bezeichnete. Hobby und Un- terrichtsteil war auch die go- tische Schrift (Fraktur), die in den Jahren des Zweiten Welt- krieges in der Schule auch mit angespitztem Schilfrohr („wie
ein Mönch in seiner Klause") geschrieben wurde. Vor und nach dem Krieg widmete er sich intensiv der Einrichtung des Museums. Die dort ausge- stellten „vier Evangelisten" waren ein von Karl Grönig und dem heutigen HGV-Ehren- vorsitzenden Herbert Wagner inspiriertes und aus Spenden der Belegschaft bezahltes Ge- schenk zum 50. Geburtstag von Rudolf Kellermann. Die Grup- pe der Evangelisten wurde von Eugenie Kellermann-Burghol-
te der Stadt Osterode übereig- net. Nach einer Schilderung des Lebens von Karl Grönig durch Margret Specht wurde die Vielfalt in den Schulen und im privaten Sektor durch Dr. Martin Orthbrand, Wilhelm Dannenberg, Richard Herold und anderen Besuchern wieder lebendig. Als Lehrer kam er „ohne Ohrfeigen" aus, hatte stets gespannt lauschende Schüler und konnte diese im- mer wieder zur außerschuli- schen Aktivität motivieren.




Übersicht