Tilman-Riemenschneider-Gymnasium Osterode am Harz
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03. Juli 2006 aus dem Harzkurier


Harzkurier
03.07.2006
Alle für herausragende schulische Leistungen oder besonderes soziales Engagement geehrten Abiturienten zusammen mit der Schul- leiterin Karin Thiele (vorne rechts) und der Fördervereinsvorsitzenden Monika Grammel (vorne Mitte). Foto: catharina Ahrens

„Euch stehen alle Türen offen"

OSTERODE (ca). Die allgemei- ne Fußbaubegeisterung kennt kein Halten mehr. So hörte man bei der Abientlassungs- feier des „Tilman-Riemen- schneider-Gymnasiums" jede Menge Begriffe aus der Fuß- ballwelt. Da wurden Direkto- ren kurzerhand zu „Schiris" umfunktioniert, zumindest verbal, die Schüler zu „Spie- lern" und Kurse zu „Mann- schaften". „An- und Abpfiff" signalisierten Anfang und Ende ihrer gymnasialen Schul- zeit, so die Abiturientenver- treter Lisa Maniewski und Vin- cent Schmidt in ihrer launi- gen Abirede.

Mit 104 Personen begann es einst


Mit 104 „Spielern" sei es 1999 losgegangen, von denen 55 jetzt das Abitur erfolgreich hinter sich gebracht hätten. Gratulationen dazu gab es während der musikalisch fein- fühlig und lebendig umrahm- ten Feierstunde am Freitag- vormittag in der Stadthalle jede Menge. Mit Recht könn- ten die Abiturienten des Jahr- gangs 2006 von sich sagen, meinte Oberstudiendirektorin
Karin Thiele, »der FIFA WM Jahrgang" zu sein und die ersten Zentralabiturienten in Niedersachsen. In Anlehnung an die mit dem Abitur erreich- te „allgemeine Hochschulrei- fe" zitierte die Schulleiterin den Psychiater Paul Watzla- wick, nach dessen Einschät- zung man reif sei, „wenn man die richtigen Dinge tut, obwohl sie von den Eltern empfohlen wurden".
Ein Mehr an Verantwor- tung und neuen Verpflichtun- gen, machten die Eltemver- treterinnen, Kerstin Schmidt und Christina Wilch, den Absolventen deutlich, käme nun auf sie zu und beschwo- ren sie, dennoch an ihren Träumen festzuhalten: „Euch stehen alle Türen offen!" Bei aller Erleichterung der Abitu- rienten, so die Vertreterin des Lehrerkollegiums, Astrid Labenski, nach 13 Jahren end- lich „den knallharten voll unfairen Klausuren, den voll fiesen Lehrern und den voll ungerechten Benotungen" entronnen zu sein, hätten die meisten von ihnen die drei- jährige Oberstufe doch „rela- tiv gemütlich" erlebt. Den- noch, gab sie zu bedenken,
„so locker und lustig wird es nie wieder" und wünschte ihnen künftig eine gelungene Balance zwischen Arbeit und Leistung einerseits und Spaß und Entspannung andrerseits.
Für herausragendes sozia- les Engagement erhielten von der stellvertretenden Land- rätin Gerlinde Menzel den traditionellen Buchpreis des Landkreises Marcel Friedrichs, Riko Edzart Moroni, Herbert Oberländer und Jonas Starke. Insgesamt erreichten die Abi- turienten einen Notendurch- schnitt von 2,61, wobei zehn der Abiturienten eine „l" vor dem Komma haben: Carolina Fee große Darrelmann, Tho- mas Johannes, Jan Koch, Lisa Maniewski, Riko Edzart Moro- ni, Bonnie-Kirsten Pülm, Vik- toria-Viola Pülm, Friederike Pusch, Vincent Schmidt und Michael Wächter. Sie beka- men ein Buchpräsent von der Fördervereinsvorsitzenden Monika Grammel überreicht.

Sie waren erfolgreich


Das „Zeugnis der allgemei- nen Hochschulreife" erhiel- ten: Hamid Jamid Abdul,
Annika Amme, Marcel Armbrecht, Nadine Ansber- ger, Katharina Bachmann, Manuel Beitat, Dennis Bier- hance, Mären Böller, Janina Brakel, Simone Breunig, Caro- lina Fee große Darrelmann, Jonas Nikolas Dortmund, Ste- fanie Fischbeck, Ariane Fischer, Michaela Fischer, Marcel Friedrichs, Tim Chri- stopher Göttsching, Julian Hollung, Tina Iwanowski, Thomas Johannes, Jan Koch, Saskia Krone, Malte Christo- pher Krysewski, Björn Küs- sner, Natalie Kurz, Lisa Mani- ewski, Ann-Katrin Mauel, Riko Edzard Moroni, SaskiaNagat, Daniela Nießen, Herbert Ober- länder, Jana Oleyniczak, Mirja Piller, Katharina Pitschel, Rila- na-Maria Plachetta, Bonnie- Kirsten Pülm, Victoria-Viola Pülm, Friederike Pusch, Jani- na Riehn, Vincent Schmidt, Sarah Schöbel, Chris Schrei- ber, Kathrin Schwerthelm, Kim-Philipp Spillner, Jonas Starke, Kilian Stöpler, Fabian Thielemann, Merie Töpperwi- en, Michael Wächter, Jana Walde, Jens Weitemeyer, Ste- fanie Werner Moritz Wilch, Julia Wunderlich und Henry Zeumer.

Lokal gesehen
INGOLF BERLIN über die Berufschancen
Euch stehen alle Türen offen, hörten die Abi- turienten inOsterode. Ähnlich wurde es bei den Feiern an anderen Schulen zum Ausdruck gebracht. Nur: Es wäre schön, wenn es wirklich stimmte. Gute Abschlüsse sind heute lei- der keine Garantie mehr dafür, künftig eine berufli- che Sicherheit zu haben, weil es schlicht und einfach an den dafür erforderlichen Plätzen fehlt. Natürlich haben am ehesten noch die Abiturienten eine Chance. Aber es gibt auch heute Menschen, die sogar über einen Doktortitel verfügen, und arbeitslos sind oder aber eine Stelle angenom- men haben, die mit ihrem Studium überhaupt nichts zu tun haben. Ich denke da an zwei junge Doktoren der Physik. Der eine ist heute PR-Manager in einem größeren Unternehmen in Süddeutschland und ernährt so seine Familie, der andere ist Missionar »auf Spendenbasis" in einer christlichen Organisation. Nur Ausnahmen?


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