Tilman-Riemenschneider-Gymnasium Osterode am Harz
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9. Treffen des ehemaligen Singkreises
vom 13. bis 15. Mai 2005


Ausführende:
Chor:ehemaliger Singkreis des Gymnasiums Osterode anlässlich seines 9. Pfingsttreffens
Vokalsolisten:Elsbeth Wacker - Sopran
Anke Wendlandt - Alt
Andre Wenauer - Tenor
Eckhard Thiel - Bass
Orchester:ehemalige Schülerinnen und Schüler des Osteroder Gymnasiums und Gäste
Trompeten: Bert - Heinrich Hunke, 1. (Solo-) Trompete
Nils Passian
Björn Lehne
Pauken: Matthias Müller
Violinen: Michael Lukas, Konzertmeister
Gudrun Lukas
Susanne Patzer - Lieb, Solovioline
Annette Busse - Schlereth
Kristina Nölle - Meyer
Brigitte Just
Violen: Karsten Armbrecht
Volker Taube
Bässe: Andreas Krohn, Violoncello (Solo)
Andrea Steinle, Violoncello
Gudrun Gadow, Kontrabass
Continuo - Cembalo: Michael Gerner
Orchestervorbereitung: Anke Wendlandt
Leitung: Joachim Busse
Am Ausgang bitten Mitglieder des ehemaligen Singkreises um eine Spende zur Deckung der nicht unerheblichen Kosten für diese Aufführung.
Joh.Seb.Bachs Pfingstkantate Nr. l72

Erschallet ihr Lieder, erklinget ihr Saiten, o seligste Zeiten!

1. Chor: Erschallet ihr Lieder, erklinget ihr Saiten ...
2. Bass-Rezitativ: Wer mich liebet, der wird mein Wort halten ...
3. Bass-Arie: Heiligste Dreieinigkeit, großer Gott der Ehren ...
4. Tenor-Arie: 0 Seelenparadies, das Gottes Geist durchwehet...
5. Sopran- und Alt-Duett: Komm, lass mich nicht länger warten ...
6. Choral: Von Gott kommt mir ein Freudenschein ...
(7. Chor 1 wird wiederholt)


Kleine musikalische Werkeinführung:
Das Wort "erschallen" verbindet sich in der Barockzeit bei frohem Anlass gern mit dem Klang von Trompeten.
(Man denke an den l. Chor von Bachs Weihnachtsoratorium, dessen Urtext lautete »Tönet, ihr Pauken, erschallet. Trompeten!")
Hier geht es um die Freude über das Pfingstwunder, die Ausgießung des heiligen Geistes. Wie im Text vorgegeben, kommen auch die Saiteninstrumente zur Geltung, was im Anfangs - Chor auf einen fröhlichen Wechsel zwischen Trompeten, Streichern und Chorsängern hinausläuft.
In den Singstimmen fällt barocke Verzierungsmelodik (= Koloraturen) auf; sie ist Ausdruck besagter Freude.
Zu den Worten "Gott will sich die Seelen zu Tempeln bereiten" baut Bach eine regelrechte Chorfuge mit einem Thema auf, das durch alle Stimmen läuft:
Diese kunstvolle Fuge dient als musikalisches Symbol des Tempels!
Das weite Schwingen der Koloraturen aber hat wohl etwas mit dem Wehen des heiligen Geistes zu tun. -
In der prächtigen Bass - Arie "Heiligste Dreifaltigkeit" stellt der Klang von Trompeten und Pauken die höchste Majestät dar. -
Zur Tenor - Arie "O Seelenparadies" schreibt Albert Schweitzer: "Die Violinfiguren darin sind nicht schwer zu deuten: Sie versinnbildlichen das geheimnisvolle Wehen des Hinunelswindes.
Wer je den Sang fern rauschender Tannenwalder vernahm, wird ihn darin wiedererkennen." -
Auch in dem folgenden Sopran - Alt - Duett geht es um den "sanften Hinmielswind", dessen Gnadenkuss das Spiel der Singstimmen zu einem unerwarteten Liebesduett mit den Worten "Ich bin dein, und du bist mein" steigert.
Dazu treten ein Solo-Violoncello, dessen ostinate Figur Schweitzer als "verklärtes Glücksseligkeitsmotiv^ deutet, und eine Solovioline mit der stark verzierteil Choralmelodie zu "Komm, heiliger Geist".
Dieser vierstimmige Satz offenbart sich als eine Pfingstmusik von seltener Kunst und zugleich Innigkeit.
Dass alle vier Solisten des Duettes ehemalige Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Osterode sind, gibt unserer Wiedergabe eine besondere Note. -
Der Schlusschoral bringt als feierliche Bestätigung den 4. Vers von " Wie schön leuchtet der Morgenstern", während als eigentliches Finale der erste Kantatenchor am Schluss des Gottesdienstes wiederholt wird.
Bach hat die Kantate um 1730 für den Pfingstgottesdienst der Leipziger üniversitätskirche St. Pauli komponiert.

Diese historische Kirche -1968 durch Betreiben der SED - Führung in einein Akt der Kulturbarberei zerstört - wird demnächst als Teil eines modernen Gebäude - Ensembles stilistisch verändert am Leipziger Augustusplatz wieder aufgebaut.
Am Erfolg der Bürgerinitiative Paulinerverein sind auch Osteroder Bürger wesentlich beteiligt.
Mit der heutigen Aufführung soll an jene Ereignisse erinnert werden, die in unseren Zeitungen kaum beachtet wurden.

Der ehemalige Osteroder Singkreis hat sich bereits zu Pfingsten 1993 durch ein Beneiizkonzert für das Ziel des Wiederaufbaus eingesetzt.

Die Mitglieder des ehemaligen Singkreises bedanken sich bei der St. Aegidien - Gemeinde, Herrn Pastor Reinecke und der Küsterin Frau Thiele ganz herzlich für die überaus freundliche Aufnahme.



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