Rückblick in die Justiz des Nationalsozialismus
Exkursion in die Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel
Am Mittwoch, den 17.11.2004 , waren wir, der Geschichtsleistungskurs des 13. Jahrgangs, mit dem Geschichtsgrundkurs des 12. Jahrgangs zu Besuch in der JVA Wolfenbüttel. Alle waren sehr aufgeregt und beschäftigten sich mit der Frage: "Sehen wir auch Häftlinge?" Einige von uns wurden einer Leibesvisitation unterzogen, was zu einer allgemeinen Erheiterung geführt hat.
Nach einer kurzen Einführung über den Verlauf des Seminars, besuchten wir die Ausstellung über die Justiz des 3. Reiches und deren Opfer. Die Ausstellung war in fünf Themenbereiche unterteilt, z.B. über das Vorgehen der Richter oder über die Konsequenzen dieser Justiz nach dem Nationalsozialismus. Leider war unser Aufenthalt in der Ausstellung sehr kurz, sodass man nicht alles sehen konnte.
Nach der Ausstellung gingen wir über den Innenhof der JVA (wo wir nun echte Häftlinge gesehen haben) zu der Gedenkstätte. Diese Gedänkstätte beinhaltete des Exekutionsraum und Zellen, in die die Gefangenen eine Nacht vor ihrer Hinrichtung gebracht wurden. Die Atmosphäre im Hinrichtungsraum war sehr bedrückend. Absichtlich hatte man dort keine Möbel aufgestellt, um diese Atmosphäre zu wahren. Es wurde lediglich die Stelle beleuchtet, an der die Hinrichtung statt fand, und eine Tafel mit den Namen der Opfer angebracht. Die Tafel verdeutlichte die Genauigkeit der Nationalsozialisten, die den Ablauf jeder Hinrichtung auf die Sekunde genau dokumentierten.
Zurück im Seminarraum betrachteten wir die Auslegung von Recht und Gesetz im Laufe der Jahrhunderte und diskutierten darüber, wie es zum Hass auf die Juden innerhalb der Gesellschaft kommen konnte und wie es sich heutzutage damit verhält.
Nach einer einstündigen Mittagspause erzählte uns ein Justizvollzugsbeamter über die Justiz von heute, den Strafvollzug und über seine langjährigen Erfahrungen in diesem Beruf. Auch hier hatten viele von uns das Gefühl, dass zu wenig Zeit eingeplant wurde. Viele Fragen blieben unbeantwortet.
Dennoch müssen wir sagen, dass die Exkursion ein voller Erfolg war. Es war sehr informativ und lehrreich, aber auch erschreckend und bedrückend zu sehen, was in unserer Vergangenheit passiert ist. Wir danken den leitenden Lehrkräften, Herrn Prange und Frau Möller-Kühn, für diesen schönen und lehrreichen Tag.
Natalie Zarczynski
Christine Parusel

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