Tilman-Riemenschneider-Gymnasium Osterode am Harz
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Besuch eines Bauernhofes

‚Schreibtisch'-Bauer
Eine neues Berufsbild in der EU-Agrarpolitik?


"Die Hälfte unserer Arbeitszeit verbringen wir am Schreibtisch!"Mit dieser Feststellung verblüffte Familie Wehmeyer, ökologisch produzierende Landwirte in Düna, die SchülerInnen der Politikkurse des 12 Jahrgangs. Ausgezogen war man, um nach der vielen Theorie im Unterricht und nach den Vorträgen der eingeladenen Experten endlich einmal einen real existierenden Bauernhof zu besuchen, der sich in der Umstellungphase zum Öko-Betrieb befindet.
Bei eisigem Wind erfuhren wir, dass das "Harzer Rote Höhenvieh" nicht nur besonders unempfindlich gegen Kälte ist, sondern auch die ideale Beweidung des artenreichen Halbtrocken- und Trockenrasen in der Südharzer Gipskarstlandschaft darstellt. Während in der traditionellen Landwirtschaft durch künstliche Düngemittel größere Erträge bei geringer Artenvielfalt aus dem Weideland erwirtschaftet werden, bringt das Höhenvieh nach der Schlachtung gut ein Drittel weniger Fleisch auf die Waage gegenüber einem intensiv gemästeten Rind. Dieser scheinbare Nachteil wird aber, nicht zuletzt im Zuge der BSE-Krise, durch ein verändertes Verbraucherverhalten mehr als ausgeglichen. Während der Erzeuger für ein Kilo Rindfleisch im Augenblick ca. 2,50 € erhält, bekommt man für das Höhenvieh fast das Doppelte."Man kann von dieser Viehhaltung leben", versicherte uns Ehepaar Wehmeyer und verwies auf die Zuschüsse, die man von der EU als ökologisch produzierender Landwirt bekommen kann. Allerdings wurden wir auch gleich mit dem Pferdefuß dieser Subventionspolitik vertraut gemacht, nämlich einer Lawine von Kontrollen. Allein im letzten halben Jahr wurde der Hof von 5 Kontrollkommissionen heimgesucht, die z.T. bis zu zwei Tage blieben, um zu überprüfen, ob die richtigen Flächen bezuschusst wurden, ob die Bodenqualität in Ordnung ist, ob die Lauffläche der Tiere den EU-Normen entspricht usw., usw. Die Kontrolleure würden nämlich bei den kleinsten Unstimmigkeiten sehr empfindliche Strafen verhängen.Am genauesten würde auf den Abstammungsnachweis der Tiere geachtet. Wenn dieser nicht lückenlos geführt werden könnte, könnte man gleich ‚einpacken'. Eine Feststellung die den SchülerInnen als Verbraucher besonders angenehm in den Ohren klang. So sei es auch ein Hauptanliegen der in unserer Region produzierenden Bauern, das Vertrauen der Verbraucher durch esrtklassige Qualität weiterhin zu erhalten. Einen Beweis hierfür gab uns Frau Wehmeyer, indem sie uns einen Milch-Shake mit eigenen Erdbeeren zubereitete und uns mit noch ofenwarmen Plätzchen verwöhnte.
Vielen Dank.
Wer nun neugierig geworden ist und selber zusehen möchte, wie es auf einem Öko-Hof zugeht, den möchten wir schon jetzt hinweisen auf den

Tag des offenen Hofes in Düna
Sonntag, den 16.Juni 2002

In der letzten Klausur mussten sich die SchülerInnen mit der Behauptung auseinandersetzen: "Nur der Genuss zählt", wenn es aus Sicht der Verbraucher darum geht, ökologische Landwirtschaft zu fördern. Nachdem wir nun auf dem Hof der Familie Wehmeyer "Harzer Rotes Höhenvieh" erlebt haben, können wir sagen, auch

Landschaftsschutz

geht durch den Magen














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