Tilman-Riemenschneider-Gymnasium Osterode am Harz
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Aromastoffe-Referat

- Geschichte
- Anwendungsbereiche
- Wahrnehmung
- Synthetische Nahrung


Seit dem Zeitpunkt, seit dem intelligente Menschen leben, wurden bei religiösen Ritualen aromatische Substanzen verbrannt, um eine heilige Atmosphäre zu erzeugen. Man glaubte, dass so die Götter den Gläubigen näher wären und sie auf der Erde erscheinen würden.
Vor 6000 Jahren erlangten die Ägypter in von aromatischem Rauch erfüllten Tempeln die ersten medizinischen Erkenntnisse und stellten Parfüm und Kosmetik her. Man brauchte oftmals beträchtliche Ressourcen und mehrere Monate um den gewünschten Duft herzustellen, war er dann aber endlich fertig, wurde diese kostbare Ware in alle Teile der bekannten Welt exportiert. Sie kannten allerdings auch damals schon die Wirkungen der verschiedensten Düfte auf Körper und Psyche und wurden z.B. auch als Beruhigungsmittel eingesetzt. Allmählich breitete sich die Anwendung aromatischer Substanzen über die ganze Welt aus.
In Europa verfiel dieses Wissen im Mittelalter allerdings wieder und wurde lediglich in Indien konsequent weiterverfolgt.
Nachdem sich in arabischen Ländern der Islam durchgesetzt hatte, blühte die Anwendung von Aromen dort wieder auf. In der Renaissance wurden später ätherische Öle auch wieder zur Herstellung von Kosmetika und Parfüms verwendet, die Techniken wurden allerdings verfeinert.
Einige, der damals entwickelten Düftwässerchen wie z.B. Melissengeist oder Kölnisch Wasser werden heute noch hergestellt. Erst ca 1960 wurden Aromatherapien wieder zu neuem Leben erweckt und bis heute angewendet.

In Deutschland werden über 15 Millionen Tonnen aromatisierte Lebensmittel pro Jahr gegessen. Viele Nahrungsmittel aus der Fabrik kommen gar nicht mehr ohne Aromastoffe aus. Sie werden sogar im Bereich der Tierfutterherstellung genutzt. In Deutschland sind die beiden Firmen Dragoco und Haarmann & Reimer Marktführend. Beide haben ihren Firmensitz in Holzminden und machen weltweit ein Milliardengeschäft: Aromastoffe werden in fast allen industriell hergestellten Nahrungsmitteln verwendet (z.B. Müsli, Tütensuppen und Schokolade) außerdem sind künstliche Aromastoffe mit wenigen Pfennig pro Gramm günstiger als natürliche.

Aroma nehmen wir durch unseren Riech- und Geschmackssinn war.

Die Nase:

Der Duft als Aroma wird in der Nase von den 5-12 Millionen Riechzellen wahrgenommen und an das Gehirn weitergeleitet. Die Riechleistung der Menschen ist unterschiedlich. Manche können 10 Tausend unterschiedliche Düfte wahrnehmen. Dazu müssen wahrscheinlich die verschiedenen Riechzellgruppen zusammen arbeiten. Im Alter nimmt die Riechleistung aber immer mehr ab, was sogar zu Depressionen führen kann.
Es gibt natürliche Duftstoffgemische wie z.B. ätherische Öle, die z.B. aus tierischen Fette gewonnen werden. Aber auch halb- oder vollsynthetische. Hoch konzentrierte Duftstoffmischungen finden in Mitteln zur Raumluftverbesserung Verwendung, so z.B. in Wohnräumen und im Sanitärbereich, aber auch in Autoinnenräumen und Saunen. Verbreitet werden solche Düfte auf verschiedene Weise, z.B. durch langsames Verdampfen bei Raumtemperatur, Versprühen, Verdampfen über Wärmequellen oder Verräuchern. Daneben werden Duftstoffe auch in kosmetischen Mitteln und in geringeren Konzentrationen in Wasch-, Reinigungs- und Pflegemitteln eingesetzt.

Der Geruchssinn beeinflusst den Geschmackssinn. Angenehmer Geruch regt die Produktion von Magensaft und Speichel an. Schlechte Gerüche können aber auch abschreckend sein (z.B. Verdorbene Nahrung).

Es gibt zwei Theorien über das Schmecken. Nach denen es vier Grundgeschmäcke gibt sauer, salzig, süß und bitter. Nach der einen Theorie soll es für jeden Grundgeschmack einen bestimmten Platz auf der Zunge geben. So wird Süßes und Salziges am besten mit der Zungenspitze und der Seite der Zunge geschmeckt, Saures nur an der Seite und Bitteres im hinteren Teil. Also sind alle Geschmacksrichtungen Mischformen aus den vier Grundtypen. Eine salzige Substanz löst aber nicht nur eine starke Reaktion in den dafür zuständigen Geschmacksnerven aus, sondern enthält meistens auch etwas Saures oder Bitteres, was weniger stark geschmeckt wird. Deshalb kommt es auch nicht vor, dass nur eine Region gereizt wird, da ein "reiner" Geschmack nie auftritt. Ein Geschmack kann also nur durch das Zusammenwirken unterschiedlicher Geschmacksknospen wahrgenommen werden. Eine andere Theorie besagt, das alle Geschmacksknospen alle Geschmäcke wahrnehmen können und dass sie sich nur ein Bißchen die Arbeit teilen. Auf der Zunge gibt es über 10.000 Geschmacksknospen mit denen wir schmecken. Sie sitzen in den Papillen auf der Zunge. Nur im mittleren Teil der Zunge befinden sich keine Geschmacksknospen, daher kann hier auch nicht geschmeckt werden.

Nährungsmittelimitate

In Japan gibt es Versuche aus Klärschlamm Nahrungsmittelimitate herzustellen, was aber noch nicht ausgereift ist und der Geschmack zu wünschen lässt. Es werden aber heutzutage auch schon Imitate z.B. für Früchte in Joghurts eingesetzt, die aus Frucht-, Fisch- oder anderen organischen Rückständen hergestellt werden. Störende Gerüche werden durch Aromastoffe maskiert.
Dass Naturwaren den Anforderungen der Lebensmittelindustrie nicht mehr stand halten, ist der angebliche Grund für die Herstellung von Nahrungsmittelimitaten. Außerdem ist dieses Verfahren bedeutend billiger und synthetische Früchte lassen sich besser weiterverarbeiten und verpacken als ihre natürlichen Vorbilder (z.B. Erdbeeren). Außerdem können auch unattraktive Lebewesen verarbeitet werden. Der ursprüngliche Grund für synthetische Nahrung war z.B. Hungersnöte zu lindern, auch schon Konrad Adenauer erfand Roggenbrot ohne Roggen und blutgefärbte Sojawurst.
Ein Nachteil könnte zum Beispiel Durchfall sein, da der Körper einige synthetische Stoffe nicht verdauen kann und sie unverändert wieder ausscheidet. Weitere Nachteile sind Vitamin- und Mineralstoffmangel, allergische Reaktionen und Kopfschmerzen. Außerdem kann es vor allem bei Kindern zu aggressivem Verhalten führen. Deshalb wurden in einer englischen Studie kriminelle Jugendliche auf Diät gesetzt, und siehe da, sie waren weniger polizeiauffällig.

Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass Nahrungsmittelimitate und Aromastoffe niemals die natürlichen Nahrungsmittel ersetzen können.

von: Michael Wächter
für: Biologie