Die Geschichte des Geldes
Vor dem Geld
Als in der Jungsteinzeit die Menschen lernten Getreide anzubauen und Vieh zu halten wurden aus den Nomade sesshafte Menschen die jetzt in Dörfern zusammenlebten. Bald stellte sich heraus das einige Menschen z.B. besser als Handwerker oder Bauern geeignet waren und so versorgte sich nicht mehr jeder selbst, sondern tauschte die Produkte, die er hergestellt hatte gegen die, die er brauchte. Allerdings waren einige Waren zum Tauschen sehr unpraktisch. Wenn z.B. ein Tischler einen Schrank baute und ein Bäcker dafür 15 Brote gab war der Schrank zwar, bezahlt allerdings würden die Brote hart werden, bevor der Tischler sie essen konnte. Also mussten Waren her die nicht verderben konnten.Zuerst benutze man Tiere zum Handeln man konnte sie schlachten, sie gaben Milch oder Eier, behielten ihren Wert und wurden überall anerkannt doch auch dort merkte man recht schnell das sie viel zu unhandlich waren. (Daher kommt wahrscheinlich das Sprichwort "Kleinvieh macht auch Mist")
Also benutzten die Menschen in aller Welt verschieden Gegenstände um zu handeln:
So waren Kaurimuscheln in Afrika und Asien als Schmuck sehr begehrt und wurden dort als Zahlungsmittel verwendet. Auf den Fidschi-Inseln zahlte man mit Pottwahlzähnen und in sehr vielen anderen Gebieten der erde waren praktische Waren wie Äxte, Speerspitzen, Messer und Salz sehr begehrt. Mit der Zeit bildete man diese Dinge als Miniatur nach um sie handlicher zu machen.
Die ersten Münzen
Aus verschiedenen Quellen geht hervor, dass wahrscheinlich die Lyder (Kleinasien) unter König Kroisos das erste Volk war, das im 7. Jh.. v. Chr. Münzen benutzten. Es waren gegossene abgewogene Klümpchen aus Elektron, einer natürlichen Gold-Silber-Legierung, die sich mit der Zeit zu Scheiben entwickelten auf die Zeichen geprägt wurden.Da solche Münzen allerdings sehr leicht nachgemacht werden konnten, nahmen bald die Regierungen die Münzprägerei in die Hand. Die Münzen wurden mit Staatlichen Siegeln versehen und es wurde angeordnet, dass nur Menschen mit einer entsprechenden Vollmacht Münzen prägen durften. So entstand das Münzrecht.
Die Geschichte des Geldes
Auch die Griechen und andere Völker benutzten schon Münzen zum Handeln, die allerdings galten nur in sehr keinen Gebieten. So hatte jeder einzelne griechische Stadtstaat eigene Münzen, die getauscht werden mussten, wenn ein Händler z. B. von Athen nach Sparta reiste um dort seine Geschäfte weiter zu führen.Dies änderte sich zum ersten mal im 4. Jh. als Alexander der Große sein Weltreich eroberte und im ganzen Reich einheitliche Gold- und Silbermünzen einführte, die aus den Schätzen, die er auf seinen Eroberungsfeldzügen eingetrieben hatte entstanden. Diese Währungsreform kurbelte den Handel im gesamten Reich an. Nach Alexander´s Tod teilten sich seine Nachfolger sein Reich unter sich auf, was zur Folge hatte, dass das alexandrische Geld an Wert verlor.
Das nächste größere Geldwesen wurde im 2. Jh. v. Chr. von den Römern eingeführt. Das römische Geld war allerdings sehr ungeordnete, da es viele verschiedene Münzen und Einheiten gab. Augustus behob dies indem er einheitliche Münzen für das ganze Reich schuf. Er hielt das Geld sogar für so wichtig, dass er die Münzprägerei der Gold- und Silbermünzen als alleiniges Recht dem Kaiser erklärte. So entstand zum ersten mal eine "Währung". Er formierte auch das Münzsystem neu:
Auf den römischen Münzen wurden auf der einen Seite meißt ein Herrscherbild und auf der anderen Götter, wichtige Ereignisse oder Bauten dargestellt. Nachdem das Weströmische Reich von den Germanen besiegt wurde verschwand auch das römische Geld.
Das erste einheitliche Münzsystem nach den Römern wurde von den Franken benutzt und vom Karolongerkönig Pipin 755 eingeführt: der Silberpfennig.
Alles in allem war das Geldwesen im Mittelalter sehr unübersichtlich, da jeder kleine Staat seine eigenen Münzen prägte und fast jeder neue Herrscher das Geldwesen nach seien Vorstellungen neu formierte. Am Anfang des Mittelalters wurde Geld nur für den Fernhandel Gebraucht, da z.B. Bauern sich wieder auf den Tauschhandel verließen und ihre Abgaben in Naturalien leisteten.
Um 1500, als man in Sachsen, Böhmen und der Neuen Welt rieche Silbervorkommen fand, kam ein alternatives Zahlungsmittel an die Macht der Taler. Er war im Gegensatz zu den Goldmünzen relativ groß da Silber ja nicht so viel wert ist wie Gold. Wie sah der Taler aus? Wie schon gesagt war er sehr groß und aus Silber. Es wurden meist berühmte Ereignisse wie Siege und Krönungen dargestellt und kunstvoll von bekannten Künstlern verziert. Unter den Münzherren gab es einen regelrechten Wettstreit wer die schönsten Münzen herstellte. Der bekannteste und meist geprägte Taler ist der "Joachimtaler" der um 1520 in Böhmen entstand auf der Vorderseite ist der Heilige Joachim und auf der Rückseite der gekrönte Löwe von Böhmen zu sehen. Oft ließ der Münzherr auch eine christliche Formel wie z.B. "Dei Gratia" (D.G.) in Gottes Namen aufgeprägt. Der Taler überstand die Reformation und den Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648), während andere Währungen an Wert verloren.
Die Mark
1871 wurde das deutsche Reich gegründet und mit ihm löste die Mark den Taler nach 400 Jahren ab. Endlich wurde, abgesehen von Groß Britannien (bis 1971 das Zwölfersystem) in der ganzen Welt das Zehnersystem eingeführt, denn eine Mark waren 100 Pfennige. 10 und 20 Markstücke wurden aus Gold geprägt und 5, 2, und 1 Mark und 50 und 20 Pfennige waren aus Silber, ihr Silberwert lag unter dem aufgeprägten. Sie waren sogenannte Scheidemünzen. Die Zahl der Münzstätten wurde auf 6 begrenzt und sie bekamen einen Buchstäben den sie auf die Münzen prägen mussten: F für Stuttgart, G für Karlsruhe, D für München und J für Hamburg, diese 4 Buchstaben werden auch heute noch verwendet, außerdem gab es noch B für Hannover und C für Frankfurt. Auf alle deutschen Münzen war der Wert, der Reichsadler, das Prägejahr und ein Bild des jeweiligen Landesherren aufgeprägt.1909 gab die Reichsbank zum ersten Mal Papiergeld mit den Werten 100, 500 und 1.000 Mark aus, allerdings musste sie immer genug Geld gelagert haben, das dem Wert entsprach der im Umlauf war. In diesem Falle spricht man von einer Goldwährung.
Dieses System funktionierte 5 Jahre lang hervorragend bis man 1914 mehr Geld druckte als man Gold hatte um den Ersten Weltkrieg zu finanzieren. Das deutsche Reich verschuldete sich immer mehr, da man davon ausging das man die Schulden nach dem Sieg wieder durch Zahlungen der Verlierer wieder tilgen konnte, was wahrscheinlich auch geklappt hätte, hätten die Deutschen nicht verloren.
Man druckte munter weite und die Wirtschaft brach zusammen die Beträge auf den Scheinen und Münzen stiegen und stiegen, man schmolz das Gold und Silber der Münzen ein und prägte sogar 500 Markstücke nur noch auf Aluminiummünzen. Bald stand auf den Scheinen nicht mehr hundert oder tausend Mark sondern eine Million oder eine Milliarde Mark die Beträge stiegen auf zu 1 Billion Mark, man sprach von der "Bill-Mark". Die Menschen mussten ihr Gehalt in großen Säcken nach hause schleppen und während sie dies taten, war der Wert des Geldes schon wieder beträchtlich gefallen. Es gab bald nur noch wenig zu kaufen, da keine Waren vorhanden und die Preise einfach zu hoch waren. Die Herstellung von Banknoten oder Scheinen war höher als ihr Wert und es war bald nicht mehr genug Geld in Umlauf , deshalb gaben Wasser und Elektrizitätswerke bald sogenanntes "Notgeld" aus man konnte es allerdings nur beim jeweiligen Hersteller verwenden, deshalb gaben auch Banken Notgeld aus, indem sie auf die vorhandenen Scheine einfach einen anderen Wert druckten.
1923 wurden 12 Nullen vom Wert des Geldes gestrichen und die Reichsmark blieb die deutsche Währung bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges die Währung des Deutschen Reiches. Wieder war ein durch hohe Inflation (wenn das Geld nicht mit Gold gedeckt ist) finanzierter Krieg verloren, das heutige Deutschland und weite Teile Europas waren zerstört und es gab kaum Waren auf dem Märkten und Geschäften zu kaufen. Doch die Alliierten und insbesondere die USA hatten einen geheimen Plan für eine Währungsreform. Noch nicht einmal die deutschen Geldexperten wussten von dem Geheimprojekt mit dem Codenamen "Bird Dog". Als es jedoch am 21. Juni 1948 in die Tat umgesetzt wurde bekam jeder ein Kopfgeld von 40 und später nochmals 20 Deutsche Mark als Startgeld. Menschen deren Vermögen nur aus Geld bestanden hatte wurden über Nacht arm und wer Schulden hatte, dem wurden sie erlassen. Doch gleich im ersten Jahr büßte die DM ein sechstel ihres Kaufpreises z.B. durch viele Firmenpleiten und die daraus resultierende hohe Arbeitslosigkeit ein. Doch nach der Gründung der BRD 1950 blieb die DM stabil und kurbelte die Wirtschaft in Deutschland an. 1960 wurde zum ersten mal das Aussehen der Scheine verändert. Und sie erhielten 1991 ihr jetziges Erscheinungsbild. Von den Münzen gab es seit 1948 genau wie heute 1 und 2 Mark, 1, 2, 5, 10 und 50 Pfennige, allein das 5 Mark Stück fehlte bis 1951. Die Münzen trugen bis 1950 die Aufschrift "Bank deutscher Länder", was dann durch "Bundesrepublik Deutschland" ersetzt wurde. 1975 wurde das Erscheinungsbild des 5 Markstückes, was bis dahin einen hohen Silbergehalt hatte, aktualisiert.
Der Euro
Alles begann 1979, als Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, die Niederlande und Luxemburg beschlossen ein gemeinsames Währungssystem zu gründen: den ECU ein Vorläufer des Euro, der allerdings nur als Wechselkurs existierte. 1992 wurde der Vertrag von Maastrich geschlossen, in dem u. a. die Eintrittsbedingungen festgelegt wurden: z. B. geringe Staatsverschuldung. 1999 wurde der Euro endlich Wirklichkeit, allerdings nur auf dem Papier, die Währungen der Mitgliedesländer bleiben bis zum 28.02.2002 gültig. Am 01.01.2002 wurden dar Eurogeld ausgegeben und ist parallel mit den vorherigen Währungen Zahlungsmittel. Der Euro wurde nur in 12 der 15 EU-Ländern eingeführt, Großbritannien Dänemark und Schweden verzichteten. Griechenland bestand die Eintrittsbedingungen noch im letzten Moment.von: Michael Wächter
für: Geschichte



