Tilman-Riemenschneider-Gymnasium Osterode am Harz
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Tollwut

Zusammenfassung:
Tollwut auslösende Viren werden meist durch den Biss eines erkrankten Tieres auf den Menschen übertragen. Diese Infektionskrankheit ist lebensbedrohlich. Nach dem Biss treten starke Schmerzen an der Bissstelle, Wasserscheu, Schluckstörungen, Speichelfluss, Angst und Gemütsschwankungen auf. Im weiteren Verlauf der Krankheit kommt es zu Lähmungen, die zum Tod führen. Dieses kann nur durch sofortige Maßnahmen, unter anderem einer passiven Schutzimpfung verhindert werden.
Für beruflich gefährdete Personen (s. Vorbeugung) ist eine Tollwut-Schutzimpfung empfehlenswert.

Erreger:
Der Tollwut-Virus wird von den Rhabdo-Viren (zylindrische Form, Gruppe der RNA-Viren) hervorgerufen.

Infektion:
Durch den Biss eines infizierten Tieres gelangt virushaltiger Speichel in den Körper des gebissenen Tieres oder Menschen. Auch durch verletzte Hautpartien kann sich der Mensch bzw. das Tier mit dem Tollwut-Virus infizieren, sofern Speichel eines infizierten Tieres oder Menschen in die Wunde gelangt.
Das Virus vermehrt sich zuerst in den Muskelzellen, wandert dann durch die Nerven in das Gehirn, wo sie sich wiederum vermehren. Von da aus gelangt es in die Speicheldrüsen, die Bauchspeicheldrüsen und die Haarbalgdrüsen, wo sie sich erneut vermehren und mit dem Speichel, Verdauungssekret, oder Schweiß abgegeben werden.

Verbreitung:
In unserer Gegend werden die Tollwut-Viren hauptsächlich von wildlebenden Fleischfressern (z.B. Füchse, Dachse, Hunde, Katzen) übertragen. In Amerika wird die Krankheit durch Waschbären und Skunks auf Hunde oder Katzen übertragen, die anschließend den Menschen mit diesem Virus infizieren könnten.
Während in Deutschland durchschnittlich nur 1-3 Fälle pro Jahr auftreten (Europa 30 Fälle), ist die Tollwut in Südostasien weiter verbreitet (China 5000, Indien 15000 Fälle). In Indien, Sri Lanka, Thailand, Indonesien und sogar in der Türkei ist durchschnittlich jeder zehnte streunende Hund mit Tollwut infiziert.
Als Tollwutfrei gelten: Australien, Chile, Großbritannien, Irland, Japan, Neuguinea, Neuseeland, Norwegen, Schweden und Taiwan.

Inkubationszeit:
Die Entfernung der Bisswunde vom Gehirn und die Virusmenge spielen eine große Rolle bei der Inkubationszeit. Durchschnittlich beträgt diese 1-3 Monate, in Extremfällen 10 tage bis 10 Monate. Die Inkubationszeit ist kürzer, wenn sich die Bissstelle am Kopf befindet, als z.B. bei Verletzungen an Armen oder Beinen.

Symptome:
Bei Menschen verläuft die Krankheit in drei Stadien.
Padromalstadium:
- Fieber, untypische Beschwerden wie Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit
- Brennen, Juckreiz und verstärkte Schmerzempfindlichkeit im Bereich der Bisswunde
Exzitationsstadium ("rasende Wut"):
- Angstgefühle, Unruhe
- Schluckbeschwerden dadurch
- Angst zu trinken und
- Speichelfluss aus dem Mund (um ihn nicht schlucken zu müssen)
Abwechselnd aggressiver und depressiver Gemütszustand
- Wasserscheu: die optische oder akustische Wahrnehmung von Wasser führt zu Unruhe und Krämpfen, die sich auf die gesamte Muskulatur erstrecken können.
Paralyse ("stille Wut"):
- Nachlassen der Krämpfe und der Unruhe
- Fortschreitende Lähmungen
- Tod
Sofern Tollwut nicht behandelt wird, liegen zwischen dem Auftreten der ersten Symptome und dem Tod maximal 7 Tage. Unbehandelt liegt die Todesrate bei 100%.

Diagnose:
Tollwut kann durch den direkten mikroskopischen Nachweis von dem Virus in den Haarfollikeln (Bildungsort des Haares), oder im Speichel des Infizierten festgestellt werden.

Behandlung:
Der tödliche Verlauf der Krankheit kann nach Auftreten der ersten Symptome nur noch mit intensivmedizinischen Mitteln (Beatmung, usw.) hinausgezögert werden. Mit der Behandlung muss sofort nach der Infektion begonnen werden.
Bei einer Infektion wird empfohlen:
- Lokale und allgemeine Wundbehandlung (Spülung mit starker Seifenlösung)
- Sofortiges Aufsuchen eines Arztes

Vorbeugung:
Die Tollwutschutzimpfung ist jedem Menschen, der durch seinen Beruf mit Tollwut übertragenden Tieren in Berührung kommt, zu empfehlen (Jäger, Abdecker, Tierärzte und -pfleger, Laborpersonal, ggf. Reisende nach Asien/Afrika).
Die Impfung sollte 3mal innerhalb weniger Wochen erfolgen und ein Jahr später aufgefrischt werden.

Weltkarte
Legende:
     Hohes Risiko      Niedriges Risiko      unproblematisch
für: Biologie